Das bedingungslose Grundeinkommen

 

Mir geht es ja in vielen Punkten so wie Oliver Gassner und ich finde, dass Johnny Haeusler dieses Mal total daneben liegt. Entgegen meiner ursprünglichen Absicht möchte ich mich doch zu dem Thema bloggend äußern. Eigentlich wollte ich das nicht, weil ich in der letzten Zeit erst angefangen habe, mich mit dem Thema auseinanderzusetzen, doch haben mich schon viele grundlegende Erwägungen dazu bewegt, zumindest die aktuell so viel diskutierte und nur noch bis morgen laufende Petition für die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens zu zeichnen.

Wer die Idee noch nicht kennt, nur so viel: das bedingungslose Grundeinkommen verfolgt die Idee, jedem (im Sinne von Bürger oder Bewohner eines Staates) eine existenzsichernde Grundzahlung zu leisten – und das eben ohne Bedingungen, wie der Name ja schon nahelegt. Für die konkrete Umsetzung gibt es leicht abweichende Ideen. Die populärste, von Götz Werner vertretene, setzt auf eine radikale Steuervereinfachung, indem man nur primär Steuern über die Konsumsteuer (heute quasi die Mehrwertsteuer) erhebt. Mehr Konkretes und viel Weiterführendes dazu gibt es unter anderem im Archiv Grundeinkommen.

Wie das im einzelnen volkswirtschaftlich hinhaut oder nicht interessiert mich hier aber zunächst nicht, weil ich das einerseits nicht bewerten kann und anderseits denke, dass da wo ein Wille ist, auch ein Weg ist und das angestrebte System allemal besser und vor allem gerechter ist, als das, was wir derzeit haben.

Und es ist auch die Realität, die mich primär bedrückt und zu einem Denken in Richtung Grundeinkommen motiviert. So finde ich es grundsätzlich unakzeptabel, z.B. Obdachlose zu haben. Auch sind mir die Notlagen vieler Familien, Rentner aber auch junger Leute unangenehm und unverständlich. Die Ungleichheit der Verteilung der uns im Überfluss stehender Mittel stört mich. Ich selbst bin zwar nicht reich, habe es aber irgendwie immer geschafft, mich auf einem Mindestlevel zu halten. Ich sehe aber, wie dies anderen zunehmend misslingt und dies ist auch für mich ein Drama, weil es mich in jeder Hinsicht betrifft: menschlich und moralisch, aber auch  sicherheitstechnisch, wirtschaftlich und in Hinblick auf meine eigene Lebensqualität.

Ein „ist mir egal“ geht also selbst dann nicht, wenn ich gänzlich nur auf meinen eigenen Vorteil bedacht wäre. Meine Stadt und Lebensraum leidet, wenn dort viele leiden. Krankheit und sozialer Niedergang anderer belastet mich auch auch immer indirekt über gestiegene Kosten, nicht mehr zur Verfügung stehende Resourcen und mich umgebende schlechte Laune. Abgesehen davon will ich auch, dass es anderen auch gut geht.

Die Kampagne zum bedingungslosen Grundeinkommen tangiert mich aber auch in zwei anderen Punkten, die mich schon Zeit meines Lebens beschäftigen. Es hat mir z.B. noch nie eingeleuchtet, dass möglichst viele Leute „in Arbeit“ sein sollen. Ich definiere „Arbeit“ schon immer als „Tätigkeit, die ich eigentlich nicht tun möchte“. Arbeit ist etwas, was mir nicht behagt. Nur kurze Zeit in meinem Leben war ich in Situationen, wo ich eine „Arbeit“ übernommen habe und es hat jeweils nicht lange – meist wenige Wochen – gedauert und ich war auf und davon. Weil ich es einfach nicht kann.

Tätigkeiten, die mir liegen, sind keine Arbeit. Ich habe kein gutes Wort dafür, es ist einfach das, was ich tue. Ich rolle stets mit den Augen, wenn mir z.B. Leute unterstellen, ich würde noch „arbeiten“, nur weil ich nachts in einer Bar sitze und an langen Texten, Source Code oder was auch immer tippe. „Nein“, sage ich dann immer, „ich mach doch nur…“ und verstumme dann meist, weil es ja eh keiner verstehen würde.

Das ewige Streben nach „Arbeit“ ist mir unverständlich. Aber mir ist klar, warum Leute „Arbeit“ haben wollen: sie wollen ein Einkommen, Geld, damit sie sich ihr eigenes Leben und das ihrer Familie finanzieren können. Und natürlich fliesst dieses Geld aus „Arbeit“. Stellt man sein eigenes Streben nach Entfaltung und Kreativität hinten an und widmet die eigene Zeit anderen, dann muss das entschädigt werden. Das ist das, was unser Wirtschaftssystem und der sog. „freie Markt“ fördert und das ist soweit auch ganz okay. Nur schwächelt unsere Gesellschaft auch genau in diesem Punkt: nur Dinge, die Werte für andere schafft, haben einen Wert. Widme ich meine Zeit Dingen, die kein „Geld“ erzielen, ist diese Tätigkeit nichts wert – sie trägt nicht zu meinem Einkommen und damit zu meinem Überleben bei.

Natürlich gibt es viele komplizierte Konstruktionen wie Pflegegeld und was nicht alles, das hier und da versucht, einen Ausgleich zu schaffen. Allein glaube ich nicht, dass dies wirklich funktioniert. Darf man den zirkulierenden Zahlen glauben, schüttet unsere Gesellschaft über all die komplizierten Regelungen schon gut 750 EUR pro Nase aus. Allerdings sehr ungleich verteilt und mit einem unfassbaren bürokratischen Aufwand. Den bürokratischen Weg kann und will nicht jeder gehen, so dass auch hier eine neue Ungerechtigkeit entsteht.

Die Gesellschaft schafft sich Werte und Güter und damit einen Wohlstand. Wer will und kann darf durch Arbeit einen größeren Kuchen davon erhalten. Aber nicht jeder erhält Arbeit und viele nur solche, die eigentlich unwürdig in Ausprägung oder Entlohnung ist (häufig auch beides).

Hier greift die Idee, eines Grundeinkommens. Das Grundeinkommen sichert nun jedem das Lebensminimum und stellt einen vom Zwang, solche Tätigkeiten zu akzeptieren weitgehend frei. Arbeit ist nur noch Zuarbeit, das Grundeinkommen sichert Würde, Gesundheit, Ernährung. Allein diese drei Komponenten sind schon die Grundlage für die von mir oben beschriebene Wunschsituation, die ich für meine Umgebung sehe. Ich will umgeben sein von Menschen, die ihre Würde und Gesundheit wahren können und immer genug zu essen haben. Menschen, die nicht betteln müssen, nicht stehlen müssen und nicht elend sein müssen, nur um zu überleben.

Ein Studium ist mit Grundeinkommen kein Balanceakt mehr zwischen Nebenjob und Bafögrückzahlung. Ein Kind großzuziehen ist nicht mehr mit Gefahr des Verlustes auf einen grundsätzlichen Lebensstandard verbunden. Der Lebensabend kann in Würde begangen werden. Man gewinnt Ruhe, seine Schritte im Leben zu planen.

Auch wenn ich auf mein Leben schaue, hätte mir das Grundeinkommen einiges sicherlich vereinfacht.  Nehmen wir ein Projekt wie Chaosradio Express. Es macht großen Spass, so ein Projekt durchzuziehen, aber es muss immer in der Realität des Mindesteinkommens stehen. Nicht jedem ist es möglich, einen solchen Balanceakt zu leisten. Mir gelingt es durch eine Verquickung meiner über die Zeit angesammelten Talente und einen wackeligen Auftragsmix. Mit einem Grundeinkommen müsste ich über solche Sachen deutlich weniger nachdenken. Ich hätte Ruhe und Zeit, meinen Stil, mein Format und – noch viel wichtiger – meinen Beitrag zur Gesellschaft nachzudenken.

Und das ist der zweite Punkt, wo mich das Grundeinkommen in einem besonderen Masse tangiert: es nimmt den Zwang zur Prostitution im Erwerbsleben heraus und belohnt  das Engagement für die Mitbürger. Viel wird geredet darüber, wie toll und wichtig ein Ehrenamt ist – leisten kann es sich kaum einer. Mit einem Grundeinkommen könnten wir eine Konjunktur für das Ehrenamt schaffen, wie wir es sonst nicht erleben werden.

Was ist so schlimm an Arbeitslosigkeit, wenn wir das Einkommen zum Überleben einfach sichern. Wir könnten so viel gewinnen: keine unterernährten Kinder in der Schule, keine mittellosen und obdachlosen Menschen in der Stadt, ein Leben umgeben von Menschen, die aus eigener Kraft ihre Würde wahren können (die Würde, die laut unserem Grundgesetz unantastbar ist!), eine derzeit wohl noch nicht vollständig fassbare Vereinfachung des bürokratisch-fiskalischen Systems, ehrenamtliche Tätigkeit und kreativ-künstlerische Arbeit erhält eine neue Basis.

Ich will nicht sagen, dass die bisher vorgeschlagenen Modelle die besten Erfindung seit geschnitten Brot ist und danach die Würste durch die Luft fliegen und jeder Mensch ausreichend Sex hat. Viele Probleme werden bleiben, ein paar neue vielleicht entstehen. I don’t know. Aber ich habe das Gefühl, dass hier die Richtung stimmt, dass die Motivation passt und dass es sich hier um eine Utopie mit Hand und Fuß handelt. Überhaupt wird es Zeit, den Ist-Zustand stärker zu hinterfragen, denn ich denke es ist offensichtlich, dass unsere Marktwirtschaft derzeit weder ausreichend sozial noch unsere Solidarität ausreichend implementiert ist.

Und deswegen stimme ich für ein Grundeinkommen in Form einer Petition, von der ich weiß, dass ihr nicht in absehbarer Zeit eine wirkliche Revolution der Verhältnisse folgen wird. Aber es ist glaube ich langsam nötig, Basisarbeit zu leisten und Meinung zu zeigen. Und vor allem Mut zur Veränderung.

115 Gedanken zu „Das bedingungslose Grundeinkommen

  1. Ich stimme dir zu.

    Aber ich habe gegenwärtig ein Problem damit, dass es viele Berufe gibt, die getan werden müssen, bei denen es aber einfach nicht genug Leute gibt, die sie tun wollen. Sie bieten keine Erfüllung und machen auch keinen Spaß. Die Rationalisierung ist aber nicht so weit, dass menschliche Arbeitskraft in diesen Berufen unnötig wird.

    Damit die Leute diese Berufe weiterhin ausüben, müsste man dort signifikant mehr Lohn bekommen, als heute. Ich habe selber wenig Ahnung von Volkswirtschaft, aber rein intuitiv stelle ich mir das schwer vor.

    Trotzdem muss das das Ziel sein. „Vollbeschäftigung“ wird in Zukunft immer mehr zum Mythos werden.

  2. Ich persönlich bin ja auch Pro-Grundeinkommen, frage mich aber trotzdem wer dann die Arbeit verrichtet die wirklich keiner machen will? Außer diese Arbeit würde überdurschnittlich bezahlt.

  3. Genau aus den von dir genannten Gründen, hatte ich mich vor 3 Wochen auch dazu entschlossen, diese Petition mitzuzeichnen. Mir ist klar, dass die dargelegte Ausprägung schwerlich Erfolg haben wird. Alleine eine Finanzierung über eine massive Konsumsteuer, wird nichts an den aktuellen Besitzverhältnissen ändern.
    Aber es ist auf jeden Fall endlich einmal eine Vision, über die es sich lohnt zu diskutieren. Auch wenn es momentan noch vielen Menschen schwer fallen wird, sich überhaupt einmal diesem Gedankengebäude zu nähern.
    Ich finde es absolut erbaulich, dass sich auch noch andere Menschen endlich eine Veränderung das Status Quo zum Besseren herbei sehnen, und dies auch öffentlich zum Ausdruck bringen.

    Vielen Dank
    ZEITungsleser

  4. Volle Zustimmung.
    Schön das Du das Thema aufgreifst Tim.

    @Toni: Das würde sich schon einpendeln. Der Markt würde es regeln und Arbeit die niemand machen möchte mit besserer Bezahlung belohnen, genau wie es sein sollte.
    Wir verschwenden hier schliesslich unsere besten Jahre.

  5. Finde ich toll, dass du dazu was schreibst. Ich bin jemand, der sich selbständig aus reiner Neugier ständig weiterbildet, der immer wieder was neues macht, der anderen gerne hilft und auch schon undendlich viel eherenamtlich gearbeitet hat. Mit diesen Aktivitäten habe ich auch teils für sehr sehr viele Leute großen Nutzen geschaffen, und darauf bin ich stolz.

    Aber Lohnarbeit, das war auch nie meine Sache. Ich habe keinen Ehrgeiz in Richtung Karriere. Das ganze alberne Statusdenken ist für mich kein Anreiz. Ich brauche auch nicht so viel. Ich lebe sparsam und habe dafür meine Freiheit. Natürlich verdiene ich Geld, aber ich lebe nicht für die klassische Form der Arbeit. Faul war ich noch nie, ganz im Gegenteil. Und ich kenne auch viele anderen Leute, auf die das zutrifft.

    Nochmals: Finde ich prima, dass du über so etwas schreibst. So utopisch die Idee ist, so sinnvoll wäre sie. Und da die Arbeitsgesellschaft ohnehin in einer tiefen Krise ist und keine Lösung in Sicht ist, ist es wichtig, solche Gedanken zu verfolgen.

  6. Ein Text, der von einem schönen Zustand Spricht (Utopie passt wohl sehr gut)
    Nur ein Problem: Die Marktwirtschaft lebt von den Sorgen und Ängsten der Menschen um eine höhere Produktivität zu schaffen.

  7. @Toni
    Ich muss vorwegnehmen, dass ich mir selber noch relativ wenig Gedanken über die tatsächliche Umsetzung eines solchen Grundeinkommens gemacht habe – da erhoffe ich mir viel von einer lebendigen, ergebnisoffenen Diskussion, wie sie in unserer Gesellschaft wahrscheinlich nie passieren wird… :-(

    Nichtsdestotrotz, um auf Deine Bedenken hinsichtlich unbeliebter, nicht-rationalisierbarer Jobs einzugehen: Ja, es gibt definitiv Jobs, die wichtig, unbeliebt und unterbezahlt sind. Gerade das Grundeinkommen könnte hier aber zu echter Gerechtigkeit führen, indem solche Jobs ihrer Wichtigkeit entsprechend bezahlt werden. Dann muss sich der Auftraggeber (oder die Gesellschaft) eben entscheiden, ob das Ergebnis dieses Jobs die Kosten wert ist, die ein Grundeinkommen-finanziertes Individuum verlangt, um ihn auszuführen.

    Zugegeben, das mag naiv sein, aber mir kommt das extrem gerecht vor.

  8. hi tim,

    gut, dass du es in worte gefasst hast, ich habe sie nicht so gut finden können zu dem thema und mich daher rausgehalten. ich muss dir auch voll zustimmen.@toni: mit den jobs die keiner machen will: ein grundeinkommen bedeutet ja nicht die abschaffung der marktwirtschaft, bzw. des zusammenspiels von angebot und nachfrage. auch wird es immer leute geben, die mehr wollen und nach mehr wohlstand streben. und solche unangenehmen jobs, wie müllwerker, entrümplungen, was auch immer müssen dann halt entsprechend attraktiv gemacht werden. dafür wird es aber z.b. in der IT miner meinung nach immer mehr teilzeitjobs geben, bzw. viele leute ihre jobs teilen. und schlussendlich wird es immer leute mit alternativen lebensmodellen geben, die – wie mein vorkommentator – spass an ihrer arbeit haben, sich aber trotzdem sehr stark für gesellschaft und umwelt engagieren und durch ein grundeinkommen höchstwahrscheinlich einen noch höheren beitrag in diesen bereichen leisten würden.

    grüße!

  9. Freut mich das du dich damit beschäftigt hast (wir reden da zwar schon ein – zwei Jahre drüber aber besser spät als nie ;)

    In den Jahren ist eines klar geworden -> Thema Grundeinkommen ist absolut so gut wie gar nicht der versklavten 40 Stunden arbeitenden Bevölkerung zu vermitteln. Wenn man das Thema anspricht kriegt man durch alle Schichten (jung alt arm reich) hinweg von unverständlichem Kopfschütteln bis hin zu Gewaltandrohung so alles zu hören nur eines nicht -> Verständnis. Ich habe noch nicht eine Person getroffen ausserhalb des ultralinken Flügels bzw. irgendeines netizen der man „bedingungsloses Grundeinkommen“ in irgendeiner Form hätte näher bringen können. Der Weg dahin ist so steinig und lang das ich es fast aufgegeben habe daran zu glauben.

    Was in der aktuellen Diskussion leider nicht zur Sprache kommt ist der simple Fakt das es einfach nicht genug Arbeitsplätze gibt und es in Zukunft – vor allem durch Robotik und andere Technologie – noch viel viel weniger Arbeitsplätze geben wird (FastFoodKellner, Kloputzer, Strassenfeger, Autoarbeiter sind bereits stark betroffen werden wahrscheinlich abgeschafft früher oder später). Es gibt da eigendlich nur zwei Lösungen – entweder man macht sowas wie Grundeinkommen im jetzigen Gesellschaftlichen System oder man schafft das im Moment bestehende Geldkonzept ganz ab. Ich bin mitlerweile in Camp 2 gelandet da ich glaube das wenn man schon Revolution macht dann gleich richtig – und nein auf „demokratischen“ Wege wird es kein Grundeinkommen geben. Nicht und Niemals nicht – dafür werden die Massmedias schon sorgen – wär ja schlimmer als Sozialismus! Und die Herschende Klasse wird da auch notfalls mit Gewalt gegen vorgehen – sie hätten ja kein alleinstellungsmerkmal und vor allem nicht genug Sklaven und müssten ihre Wohnung eventuell selbst reinigen.

  10. oh und ich finde übrigens die in der Petition angeführten 1500 Euro wesentlich zu hoch. Ich glaube sowas um die 500-800 würden schon ein grosser Schritt in die richtige Richtung sein.

  11. bravo…
    auf einen punkt gebracht: alles gehört allen.
    die erde gehört niemandem, es kann nicht sein, daß sich eine minderheit daran bereichert und wenn sie es tut, dann sollte das zum wohle aller sein. so sollte es sein und ich für meinen teile steuere ebenso auch gern dazu bei.

  12. Hallo Tim.

    Grundsätzlich stimme ich deinen Aussagen voll und ganz zu sehe jedoch nicht wie sich ein solches Konzept sinnvoll umsetzen ließe.

    Irgendwie muss der Wert, der über das bedingungslose Grundeinkommen an die Bevölkerung weitergegeben wird generiert werden. Ich gehe davon aus, dass dieses Einkommen vom Staat gewährleistet werden soll und daher über Steuern finanziert werden muss. Nun müssen diese Steuern ja irgendwo herkommen. Da es jedoch deutlich zu wenige Tätigkeiten gibt, die einen monetären Gegenwert erzeugen und die für genügend Leute keine Arbeit wären, würden die Steuereinnahmen nicht reichen um ein solches Grundeinkommen zu sichern.

    Daher denke ich dass es eher ein Umdenken in der Gesellschaft braucht, welches die Individualisierung der letzten Jahre zurücknimmt. Das soll konkret bedeuten, dass jeder mehr nach seinem nächsten schaut und ihm da hilft wo er kann–in dem Wissen, dass dieser es genauso für ihn tun würde, wenn die Situation anders wäre. Ein solches Verhalten muss jedoch gesamtgesellschaftlich gewollt, gefördert und gefordert werden.

    Die Verantwortung für eine Grundsicherung der Gesellschaft liegt also (zumindest meines Erachtens nach) viel mehr in der konkreten Gesellschaft selbst (über die eigene „Peergroup“, in der jeder eine Verantwortung trägt) als in der abstrakten Gesellschaft in Form einer Regierung.

    • Wie wahrscheinlich wird es wohl sein, dass durch das BGE stattfinden „Entwertung“ des Geldes (JEDER hat Summe X pro Monat zur Verfügung), eine Anpassung von monatlich Kosten (Miete, Strom, …) erfolgen wird und anschließend sind selbst günstige Mietwohnung nicht mehr zu haben.

  13. Das Grundeinkommen ist per se eine gute Idee. Aber das Problem ist nun mal die volkswirtschaftliche Realisierung. Keins der Modelle überzeugt mich, bei keinem sehe ich eine vernünftige Finanzierung und auch eine mikroökonomische Nutzenanalyse mit einem Vergleich zum aktuellen System fehlt mir.
    Das Grundeinkommen ist per se eine gute Idee. Aber das Problem ist nun mal die volkswirtschaftliche Realisierung. Keins der Modelle überzeugt mich, bei keinem sehe ich eine vernünftige Finanzierung und auch eine mikroökonomische Nutzenanalyse mit einem Vergleich zum aktuellen System fehlt mir. Bei einem Grundeinkommen von 1000€ sind das 800.000.000.000 Euro pro Jahr kosten, die erstmal gegenfinanziert werden müssen ohne das Transferleistungen das Grundeinkommen gleich wieder zunichte machen.
    Außerdem gibt es „Arbeit“, die nun mal getan werden muss. Ich weiß ja nich‘, aber wie viele würden den Beruf Müllmann wählen weil es ihnen Spaß macht? Ich kann mir vorstellen, dass es Müllmänner gibt, denen ihr Beruf Spaß macht. Die Frage ist aber ob sie ihn von vornherein gewählt hätten und da gibt es noch ne Menge mehr Jobs.
    Ich bin für eine angemessene Existenzsicherung (mehr als HartzIV) aber nicht für ein Grundeinkommen.
    Was ist der Unterschied? Bei einem Grundeinkommen kriegt jeder das Geld ohne dass er einen Job annehmen muss. Bei der Existenzsicherung bekommst du als Arbeitsloser oder Geringverdiener genug Geld, dass du Leben kannst allerdings musst du dafür Sorge tragen, dass du einen Job hast und nicht länger als nötig der Gesellschaft auf der Tasche liegst. Damit trägt man Sorge, dass nach Möglichkeit niemand das System ausnutzt.
    Du hast dann auch immer die Wahl etwas zu machen was dir Spaß macht. Wenn dir das nicht genug Geld einbringt musst du halt zusätzlich was machen was dir keinen Spaß macht wenn du ansonsten Geld von der Gesellschaft (dem Staat) haben willst. Fair oder etwa nicht?
    In Skandinavien ist die Existenzsicherung wohl recht hoch und die haben auch ne hohe Gleichverteilung. Allerdings muss man da wohl auch jeden Job annehmen, der einem angeboten wird, damit einem die „Stütze“ nicht gestrichen wird.

  14. Ich stimme Dir zu, dass diese paradiesischen Zustände vielleicht wünschenswert wären. Ich denke jedoch nicht, dass es zu finanzieren ist.
    Doch davon will ich einmal absehen, weil es ja darum geht, die Idee als solche zu bewerten.
    Hier scheint davon ausgegangen zu werden, dass Menschen nur durch den Arbeitszwang krank gemacht werden. Obwohl dies sicher ein großer Faktor ist, tickt die Welt so einfach aber leider nicht! Die schwersten Verletzungen, die zu Unglück, Krankheit und ja auch manchmal Arbeitslosigkeit führen, rühren aus der Kindheit.
    Diese seelisch verletzten Menschen werden nicht von heute auf Morgen intrinsisch motivierte und gesunde Menschen, bloss weil man ihnen die Last der Zwangsarbeit abnimmt! Ein Grundeinkommen wäre sinnvoll, wenn wir alle Unternehmer wären und bei einem Misserfolg aufgefangen würden und einen neuen Versuch wagen könnten. Doch auch nur dann, wenn wir dazu noch nicht seelisch krank sind
    Deshalb sage ich, dass wir an unserem Bildungssystem etwas ändern müssen, an unserer Einstellung zu Kindern (Jeder ist verantwortlich für ein Kind!) und dass wir vielmehr alle lernen müssen, dass wir auch sonst Verantwortung in unserem Nahumfeld und für unser Leben übernehmen! Es geht eben nur von Klein nach Groß mit der Verantwortung. Sonst belügt man sich selbst und reift niemals zur Persönlichkeit heran. Auch ein Grund nicht für das Grundeinkommen zu sein…

  15. Zu allen die meinen, dass unbeliebte Jobs besser bezahlt werden würden – es ist ja nicht so, als ob es da eine Marktregulierung jetzt gäbe (Maximallohn für Müllmänner). Der Markt könnte Löhne schon jetzt regeln. Mit einem Grundeinkommen müssen nur alle Löhne entsprechend an die Transferleistungen angepasst werden und würden vermutlich im allgemeinen gehoben werden. Der qualifizierte Job sollte schließlich immer noch mehr bringen als der unqualifizierte ansonsten schafft man Anreize, dass die Leute sich nicht mehr weiterbilden und gerade das ist es was die Gesellschaft weiterbringt.

  16. Amen, Tim!
    Versuche auch gerade zu unterzeichnen, leider ist der Petitionsserver gerade ziemlich langsam (vielleicht ein gutes Zeichen?). Und überhaupt ziemlich grottig, wie IIRC Fefe ja schon ausführlich erörtert hat…

  17. Pingback: Dirks Logbuch

  18. Ich plädiere eher für die Idee eines wahlfreien Grundeinkommens nach E.W. Kreutzer und einer enteignungsfreien Bodenreform. Damit wäre es ein wahrhaftiges „Grund“-Einkommen. Ich überlege mir, ob ich den Grund und Boden (z.B. 2qkm p.P. in der BRD) voll oder anteilig nutzen möchte (Haus..) oder stattdessen in eine Wohnung in einer Stadt nehme, keinen direkten Boden beanspruche und stattdessen das Grundeinkommen beziehe. Das ist wichtig für die Umverteilung von Reich nach Arm. Die Legitimität der Großgrundbesitzer wäre hier zu hinterfragen. Steht nicht jedem der gleiche Anteil zu? Solange ich lebe, gehört mir doch nicht mehr oder weniger Erde als meinem Nachbarn? Das Problem liegt gar nicht nur im Grundeinkommen, oder wahlfrei oder bedingungslos – das Problem liegt eine Stufe tiefer: Wer Land nutzen möchte, darf nicht, weil es anderen (die oft davon reichlich haben) gehört (!). Es bringt z.B. Pacht ein -> das ist leistungsloses Einkommen. Hier liegt in unserem „System“ das Problem, nämlich, dass es so etwas wie leistungsloses Einkommen gibt (Zins, Pacht…). Wahlfreies Grundeinkommen wäre dementsprechend die Entschädigung für den Verzicht auf den Grund und Boden -> Grundeinkommen -> Gerechtigkeit.

    Das hat auch nichts mit Kommunismus zu tun. Gerechtigkeit und Marktwirtschaft schließen sich ja nämlich nicht aus.

  19. Pingback: KB » Blog Archive » Gegen ein bedingunsloses Grundeinkommen!

  20. Auch ich muss hier ein ACK loswerden. Diese Gesellschaft ist überreglementiert. Das beansprucht so unheimlich viel Ressourcen.
    Ein Grundeinkommen und vorallem ein einfacheres Steuersystem könnten endlich einen Trend zur Vereinfachung anstossen.

    Es schmerzt mich zuzusehen, wie Menschen zu Minimalstlöhnen die Scheisse irgendwelcher Arschlöchern von den Wänden kratzen müssen, blos weil sie auf ihrem gelernten Beruf keine Arbeit mehr bekommen, sich jedes Hilfsmittel erkämpfen müssen und wie Sträflinge überwacht werden von ihren respektlosen realitätsfremden Vorgesetzen.

    Wenn das Grundeinkommen gegen solche Missstände ein Mittel ist, nehme ich seine Unvollkommenheiten in Kauf.
    Ich stelle mir beispielsweise vor, dass eine ausschliessliche Konsumsteuer viele Nachteile mit sich bringt und gerade zu Beginn auch eine dicke Ungerechtigkeit für alle Sparer. Erinnert mich an das Projekt Google-eats-itself.
    Zumal die Idee darauf basiert, dass auch weiterhin die Gesammtlöhne etwa die gleichen bleiben, klingt für mich eine konsequente Einkommens- statt Konsumsteuer logischer.

    [ Kommentar ohne Wahrheitsanspruch, habe mich nicht weiter mit dem Thema befasst als mit diesen Blogeintrag und seinen Links ]

  21. Pingback: Quasipresseschau 199 | NIGHTLINE

  22. Hallo Tim,
    guter Blog, emotional und nachvollziehbar geschrieben. Respekt.
    Das ökonomische Wissen, das du vermisst und diese Art Zusammenhänge werden in dem Video, das du umcodest und Online stellen wolltest auf einfache Art gut erklärt.

  23. Pingback: Zum Grundeinkommen « 所存 - My humble opinion

  24. Pingback: ein neues Verständnis von Arbeit - datenritter blog

  25. Guter Blog. Gut und emotional überzeugend geschrieben. Die von dir vermissten ökonomischen Hintergründe findest du vereinfacht in dem Video, das du gerade umcodest und Online stellen wolltest.

    ps: wenn der Comment jetzt eingetragen wird muss man Cookies aktivieren. Warum sagt einem das keiner? Häh?

  26. Ich bin auch der Meinung, das nicht alles Ideal ist was heute Realität ist. Die Bürokratie ist zu hoch, die Steuern zu kompliziert, die Armen zu arm. Alles ohne Frage.

    Es gibt bei diesem Grundeinkommen, egal wie hoch, einfach das Problem, das einfach nur der Nullpunkt verschoben wird. Jemand der vorher 0€ Einkommen hat, hat nun 1500€, jemand der 1500€ hatte hat jetzt 3000€. Familien stehen etwas besser da, da die Kinder vermutlich auch Geld bekommen, aber im durchschnitt ist die Rechnung so einfach, jeder hat 1500€ mehr.
    Und damit gehen die Probleme los, nehmen wir an, ich bekomme in Berlin für 750€ eine 3 Zimmerwohnung. Die kann sich dann jeder leisten. Was passiert dann wohl mit den Wohnungen? Und so geht das mit jedem beliebigen Gegenstand der limitierte Ressourcen hat weiter. Im Ende bedeutet das Eins: Inflation. Und am Ende verpufft das ganze.

    Klingt gut, aber wird wegen der volkswirtschaftlichen Probleme denke ich nicht funktionieren. Und darum finde ich es Schade, dass die Diskussion nur durch die Petition ins Rollen kommt. Die politische Diskussion wird sich am Ende an den wirtschaftlichen Mängeln hochziehen und dann war es das. Oder ein paar tolle kluge Köpfe reden total dafür um es dann am Ende doch nicht durchsetzen zu können, weil es ja nicht machbar ist. Aber zum Stimmenfang ist es erst einmal ganz toll.

    Passend zur Diskussion ist mir ein grandioser Beitrag aus der Chappelles Show eingefallen. Einfach mal anschauen: The US gives trillions of dollars in reparations to African American. Bevor sich jemand aufregt, ja, nicht gerade PC das Video. Aber schlägt in eine ähnliche Kerbe – meine Meinung.

  27. Danke für den schönen Text!

    Zu den ungeliebten Arbeiten: Die werden einfach im Preis soweit steigen, bis es genug Leute gibt, die diese gutbezahlte, aber ungeliebte Arbeit erledigen. Und diese Leute wird es geben, denn das bedingungslose Grundeinkommen finanziert einem kein Leben in Saus und Braus, und auch keine ambitiöse eigene Projekte. Grund genug, um zeitweise nicht so sehr geliebte Arbeit anzunehmen. Woher das Geld für diese bessere Bezahlung kommt? Für die geliebte „Arbeit“ (was Tim so wunderschön als „ich mach doch nur“ beschreibt) wird es weniger Geld geben. Zudem denke ich dass es bei „ungeliebter“ Arbeit zu einem guten Teil schlicht um „unbequeme“ oder „ungewohnte“ Arbeit ginge, deren gelegentliche Ausübung durchaus eine nützliche Horizonterweiterung wäre.

    Zur Grundsatzkritik, man sollte eher das Geldsystem ändern (Wachstumszwang durch zinsbehaftete Geldschöpfgung, s. z.B. http://tinyurl.com/bygct7) umbauen, und das Grundeinkommen würde nur das bisherige System stützen: Natürlich sollte man auch das Geldsytem reformieren! Aber die zwei Forderungen schliessen sich überhaupt nicht aus! Ein Grundeinkommen in einem reformierten Geldsystem sähe anders aus (weil es kein „arbeitendes Geld mehr gäbe), klar, aber die Frage nach dem (Un-)Sinn einer existentiellen Lohnabhängigkeit muss auch dann separat geklärt werden.

  28. Pingback: Warum ich die Petition fürs bedingungslose Grundeinkommen unterschrieben habe : sooth.de

  29. Um so was umzusetzen bräuchte es wesentlich mutigere Leute als was so derzeit quer durch die politische Bank zu finden wäre. Es wäre ein großer Paradigmenwechsel, eine enorme Macht- bzw. Ohnmacht-Verschiebung,… und wahrscheinlich eigentlich gar nicht soo schwer. Wie an sehr vielen Stellen schon aufgeführt werden Gelder in der benötigten Größenordnung schon längst verteilt.

    Und wer Geld verteilen kann, hat Macht. Ich nehme an, The Powers that be, wollen auch, dass es so bleibt.
    Sonst dürfte ja die qualifizierte Verwaltungsbeamte plötzlich nicht mehr über Wohl und Wehe des finanziell gestrauchelten Jazzmusikers befinden – wo kämen wir da hin? Was hat DER schon geleistet, ausser sein Leben der Kunst gewidmet :-) Erst 20 Jahre üben und jetzt doch Kinder versorgen wollen, tztz!

    Von wegen nachlassender Wertschöpfung: Ich könnte mir vorstellen, dass mit bedingungslosem Grundeinkommen halt nur noch solche Werte „geschöpft werden“, die es auch wert sind und gebraucht werden. Der Absatz an Antidepressiva, Aspirin Complex („ich muss die Woche trotzdem fit sein…“) etc. nimmt ab – weniger Wertschöpfung – andere nehmen zu.

    Also ich wäre sehr dafür (genauso übrigens wie für ein einfacheres Steuersystem). Leider klappt das mit der eDemokratie aber nicht so recht. 3x habe ich versucht die Petition zu zeichnen, jedes mal ist die Seite abgeschmiert…

  30. Mein erster Gedanke zum Thema BGE war, warum sollten Geringverdiener dann überhaupt noch arbeiten? Aber der Begriff BGE trifft es nach meinem Verständnis auch nicht so gut. Eigentlich geht es um den Ersatz der Einkommensteuer durch eine höhere Konsumsteuer mit einem sozialen Steuerfreibetrag.
    @falk Mit diesem Erklärungsansatz könnte man bei „der versklavten 40 Stunden arbeitenden Bevölkerung“
    womöglich mehr Erfolg haben.
    So simple die Idee auch klingt, so schwierig ist auch die Realisierung. Aber ich sehe die Erhöhung der Mehrwertsteuer auf 19 % und die Diskussionen um die Erhöhung der HartzIV-Sätze sowie Senkung der Lohnsteuer jetzt mit anderen Augen.

  31. Hallo Tim,

    „Wie das im einzelnen volkswirtschaftlich hinhaut oder nicht interessiert mich hier aber zunächst nicht“ – das sollte man aber tun, denn ansonsten haben alle Konzepte wenig sind. Es gibt bessere Ideen und Visionen eines Grundeinkommens für Alle. Aber das BGE ist sicher ein Irrweg.

    Klares NEIN von mir :-) Aber leider kann man nur mit Enthaltung voten wenn man dagegen ist – was sehr schade ist, denn ich wüsste gerne wie gross diese sich enthaltende Gruppe ist.

  32. zumindest wäre dies der anfang einer revolution: nämlich daß jeder sich selbst etwas zurücknimmt und nicht an sein haus, seinen swimmingpool und seine pferdepeflegerin denkt sondern darüber hinaus an das wohl und die evolution der menscheit, und diese revoltion geht mit sicherheit nicht von wenigen politikern aus. solange niemand bereit ist sich dies einzugestehen, wird sich nichts ändern. und ich bin btw niemand, der irgendwelche förderungen bekommt oder könnte. solange aber weiterhin überall dieser egoismus vorgelebt wird und daß es vollkommen okay ist in dieser welt ein arschloch zu sein, kann sowas wsch. nicht funktionieren. daneben müßte sich noch das bwußtsein der menschen ändern. was aber vielleict funktionieren könnte, wenn endlich eine kritische masse erreicht wird bzw. diese menschen langsam mal blicken daß sie in der minderheit sind und das fernsehen nicht den status quo widerspiegelt.

  33. Was für ein Schwachsinn. Das kann nur von deutschen Bloggern und Podcastern kommen, die von ihrem Hobby leben wollen. Setzt euch einfach mal in eine Vorlesung Einführung in die BWL (1. Semester).

  34. Das Ziel – keiner kann mehr am Leid der Menschen verdienen – wird auf mächtigen Wiederstand stoßen. Sehr viele haben sehr viel zu verlieren. Die Politik, die so etwas umsetzen soll, ist seit jeher Handlanger der „großen Interessen“ – fällt also als Wegbereiter aus. Sicher gibt es Ausnahmen, keine Frage, doch bisher gewinnt meist der Stärkere, und nicht die Vernunft. Der Mehrwert für die Gesellschaft klingt eben sehr abstrakt, so dass sich der Ottonormalegoist davon nur schwer überzeugen lassen wird. Es liegt somit viel Überzeugungsarbeit vor der Erfüllung dieser Vision.
    Tims Herangehensweise ist meiner Meinung nach die einzig mögliche – der eigene Egoismus muß das Argument sein. „Es geht mir gut, wenn es meiner Umwelt gut geht“. Diese Denkweise führt momentan dazu, daß sich betuchtere Mitmenschen in „wohlfühlghettos“ einkapseln, wo die direkte Umgebung sorgenfrei ist. Sie könnte aber langfristig dazu führen, daß es allen gut geht. Meine Hoffnung liegt auf dem Egoismus, und auf den Altruismus – denn es ist letztendlich ein und das selbe.

    Danke für den Beitrag, Tim – möge die Macht mit Dir sein ;-)

  35. @iPax

    Jeder Verdienst, sei er auch noch so gering, wird zusätzlich auf das Grundeinkommen addiert. Anstatt wie momentan teilweise so wenig zu verdienen, dass man sogar mit Hartz 4 aufstocken muss, und somit trotz Arbeit nicht über den Regelsatz hinauskommt, würden sich plötzlich auch geringfügig entlohnte Tätigkeiten auszahlen. Dies würde den Anreiz zur Arbeitsaufnahme also eher erhöhen.

  36. Eine Frage die ich mir stelle ist: Warum sollten Menschen, die unter den aktuellen gesellschaftlichen Rahmenbedingungen in Deutschland, Probleme haben ihr Leben zu meistern, plötzlich durch ein Grundeinkommen dazu in die Lage versetzt werden? Probleme steht an dieser Stelle für den weit gefassten Begriff bedürftiger Personengruppen aus Tims Artikel, ist nicht abwertend gemeint. Aus meiner Sicht wird der Hebel an der falschen Stelle angesetzt. Nicht durch die direkte Auszahlung von Geld wird langfristig und dauerhaft die Lage der Menschen verbessert, sondern durch den gezielten Einsatz für Bildung und Erziehung.
    Wie wäre es denn, wenn jeder Bewohner Deutschlands durch seine Erziehung / Ausbildung in der Lage versetzt wäre, sich bewusst für einen Lebensstil zu entscheiden. Entweder so wie Tim, selbstbestimmt und selbstverantwortlich in jeder Beziehung oder abhängig beschäftigt als Angestellter / Arbeiter / Wissenschaftler / Pädagoge usw. Und bewusst bedeutet an dieser Stelle das Erkennen der Zusammenhänge / Folgen der Entscheidung verbunden mit der richtigen Einschätzung seiner persönlichen Möglichkeiten. Wenn alle anderen Rahmenbedingungen gleich blieben, würden sich durch die alleinige monetäre Ausrichtung der Idee vom Grundeinkommen, die Gegensätze weiter verstärken.

  37. Für unangenehme Arbeiten müßte entweder das Gehalt steigen oder der Innovationsdruck diese Arbeit zu automatisieren. Wenn das Geschäftsmodell dadurch seine Tragfähigkeit verliert, dann ist es schon vorher schon nicht gut genug gewesen.

  38. Die Frage wer die ungewollten Jobs tun soll, stellt sich nur die Frage wer das BGE bekommen soll. Wenn es sich nur auf Deutsche Staatsbürger beschränkt, werden die ungewollten Jobs weiterhin von denen getan werden, die sie heute tun: Nichtdeutsche Staatsbürger. Wenn alle Menschen mit aufenthaltsberechtigung das BGE bekommen, wird die halbe EU in Deutschland leben und die nicht-aufenthaltsberechtigten diese Jobs tun (ist ja jetzt auch so). Also hört auf zu jammern, dass es Jobs gibt die niemand tun will, irgendjemand wird immer genügend unter ökonomischem zwang stehen sie zu tun.

    Zur finanzierbarkeit: Geld ist ein Schuldschein. Das Guthaben des einen ist immer die Schuld eines anderen. Im sinne des BGE: Der Wohlstand des Volkes ist die Verschuldung des Staates. Und wenn der Staat nicht Verschuldet ist, ist ein anderer Verschuldet. Geld ist ein Nullsummenspiel, es wird nicht mehr, es wird nur anders verteilt. Geldvermehrung ist ein Mythos!

  39. @Petra
    Das ist mal wieder typisch, und kann nur von Menschen kommen, welche sich diverse BWL Vorlesungen unreflektiert angetan haben. Quizfrage: Wenn BWL und VWL doch für alles eine Erklärung haben, warum hat man die aktuelle Krise nicht kommen sehen? Nein, antworte besser nicht darauf!

    Gruß ZEITungsleser

  40. Pingback: Bedingungsloses Grundeinkommen « maha’s blog

  41. 47119 Mitzeichner!

    Jetzt bin ich baff, es ist tatsächlich noch schaffbar das die 50k Erreicht werden!

    Und wenn nichts passiert?
    Meine Sorge ist jetzt nur das durch diesen ganzen Vorgang wieder Handlungen vorgetäuscht werden die real nicht passieren.

    Was hindert uns daran noch eine Petition zu machen?
    Und drüber zu schreiben?
    Ich muss gestehen das ich darüber nichts gebloggt habe, wohl aber getwittert.

    Ich behalte das jedenfalls weiter im Auge, und schreibe drüber.

  42. Hallo Tim,

    im Prinzip teile ich deine Ansichten völlig. Besonders deine moralischen Ansprüche teile ich voll und ganz. Ich möchte nicht in einer Gesellschaft leben, in der es Menschen massiv schlechter geht als mir. Weder in Deutschland, noch in anderen Ländern (in denen die Situation noch viel schwieriger ist).

    Ich denke aber, dass ein Grundeinkommen, das nur in Deutschland existiert, überhaupt keine Probleme löst. Für eine Gesellschaft, in der es allen gut gehen soll, helfen keine Zwangsmaßnahmen, sondern wir alle brauchen eine ganz andere Einstellung zu unserem „Nächsten“.

    Meiner Meinung ist an der ganzen Misere unserer Welt gar nicht der „große böse reiche Mann“ [TM] schuld, sondern im wesentlichen der kleine Mann, der sich gerne in der Masse versteckt und Angst davor hat, sich mit anderen – aber auch mit sich selbst, stetig auseinanderzusetzen.

    Ein paar stark vereinfachte Beispiele:

    – Mit dem Geld, das der kleine Mann im Alltag für irgendwelche Produkte ausgibt, macht er überhaupt erst jemanden groß und reich und mächtig. Wenn der „kleine Mann“ nur für ein zwei Monate keine Produkte von Firmen kaufen würde, bei denen Manager überproportional bezahlt werden, dann würden diese Firmen rasch ihre Einstellung zum Gehalt ändern.

    – Dass die Immobilienkrise unsere Wirtschaft ruiniert hat, war nicht nur die Schuld derer, die blödsinnige Kredite vergeben haben – sondern auch die Schuld derer, die sie aufgenommen haben. Diese Leute haben sich nämlich genauso wenig um die Konsequenzen für sich und ihre Gesellschaft geschert, wie jene Kredithaie!

    – Die Tatsache, dass in China irgendwelche Sklavenarbeiter unsere hübschen iPhones und Netbooks unter menschenunwürdigen Bedingungen fertigen, ist nicht die alleinige Schuld von $KONZERN. Es ist auch die Schuld von den Konsumenten, die diesen Mist von $KONZERN kaufen.

    Warum? $KONZERN könnte langfristig die gleichen Produkte auch ohne Sklavenarbeit und Ausbeutung herstellen. Aber solange jeder auch mit den Sklavenprodukten zufrieden ist, werden die niemals Ingenieure bemühen, das zu ändern.

    Gut, es ist einfach auf den kleinen Mann zu zeigen. Aber wir alle sind der kleine Mann. Ich, und auch du Tim.

    Tim, du hast ja gemeint, dir wäre Chaosradio oft leichter gefallen, wenn du dafür ein Grundeinkommen gehabt hättest. Ein Grundeinkommen, das nicht hinterfragt wird, käme dem gleich, dass die Menschen in unserer Gesellschaft einfach füreinander arbeiten – ohne im Einzelnen zu prüfen, ob jeder an der Gesellschaft teilnimmt oder nicht.

    Das kann natürlich gut funktionieren. Ich wage aber zu bezweifeln, dass die Leute, die Mindestlöhne fordern, dann auch so handeln würden.

    Mal ein paar Fragen dazu, an dich Tim – aber sie könnten auch an jeden anderen hier gestellt werden:

    – Mich würde z.B. nur interessieren – wie weit würdest du gehen, um anderen Menschen ein ähnliches Leben garantieren zu können, wie das, was du jetzt genießt?

    – Würdest du beispielsweise mit deinen, zweifelsohne ausgezeichneten journalistischen Fähigkeiten, helfen, das Unrecht, das anderen Menschen auf diesem Planeten zugemutet wird, aufzudecken?

    – Könntest du auf bestimmte Produkte verzichten, wenn du weißt, dass sie unter Bedingungen hergestellt wurden, die du niemanden zumuten möchtest? (Und ja – auch Apple stellt nach wie vor Produkte unter menschenunwürdigen Bedingungen her…)

    – Würdest du auf Produkte verzichten können, weil deren Hersteller nur wenig Interesse daran haben, breite Bevölkerungsschichten, mit bestimmten Produkten zu versorgen?

    Damit meine ich z.B. bestimmte Luxusprodukte, die zwar zweifelsohne gut, aber nicht Massentauglich sind. Insbesondere auch auf proprietäre Software, da deren Hersteller offenbar wenig Interesse an Kooperation mit der Gesellschaft zeigen…

    – Du hast z.B. mal gesagt, dass du deshalb proprietäre Softare einsetzt, weil die freien Alternativen alle Mist sind (was oft ja auch stimmt). Nur solange du finanziell (und auch ideell) proprietäre Projekte unterstützt, unterstützt auch immer eine Mentalität der Ausgrenzung von Menschen.

    Würdest du dir das Generve mit freier Software (bzw. mit deren Entwicklern, die man zu Bugfixes und Verbesserungen „anregen“ muss) hinnehmen, wenn du dafür weißt, dass diese Software Menschen ohne soziale Einschränkung zur Verfügung steht?

    Ich will eigentlich hier nicht eine Debatte „freie Software vs. proprietäre Software“ lostreten – mir geht es eher um ein zielgruppennahes Fallbeispiel. Das gleiche Problem lässt sich beliebig auf andere Industriezweige übertragen.

    – Würdest du dein Wissen kostenfrei weitergeben – und zwar mit der Geduld eines guten Lehrers (d.h. Menschen, die langsamer begreifen vielleicht noch eine zweite, dritte, vierte und fünfte Chance einräumen)?

    – Würdest du, wenn einmal akut irgendwo auf der Welt eine Notlage herrscht, deine aktuelle Arbeit liegenlassen und dort sofort mithelfen, die Not zu lindern?

    – Würdest du mit Menschen, die vielleicht durch schwere Lebenskrisen, die Kontrolle verloren haben und deswegen jetzt Obdachlos sind, einen Tag in der Woche deine Zeit verbringen, damit sie wieder Mut zum eigenen Leben finden?

    Stop.

    Ich weiß, das klingt nun nach einer Aufforderung zum kollektiven Altruismus. Das soll es aber nicht sein.

    Ich will nur mal zum Nachdenken anregen. Es ist leicht zu sagen, dass die Welt ungerecht und ignorant ist. Noch leichter ist es zu sagen, dass die Welt ungerecht und ignorant zu einem selbst ist.

    Nur verlieren wir häufig die Einsicht, dass wir auch selbst furchtbar ungerecht und ignorant sind. Wenn wir für alle Menschen ein erträgliches Leben fordern, dann erreicht man das nicht durch banale Umverteilung irgendwelcher Zahlenwerte (aka Geld). Es erfordert eine Änderung in unserer ganz persönlichen Mentalität – weg von der ignoranten Konsumgesellschaft, hin zu einer Gesellschaft, in der wir von Zeit zu Zeit auch einmal freiwillig an andere Denken.

    Der Kommunismus hat den Fehler begangen, dass man eine Gesellschaft formen wollte, bei der andere Menschen den Altruismus kollektiv begehen, den eine zentrale Organisation vorgibt. Das ist natürlich Quatsch – man kann nicht im Voraus festlegen, welche Taten der Allgemeinheit nützen und welche nicht…

    Was wir brauchen sind Menschen, die von sich aus Dinge bessern wollen – ohne Zwang.

  43. @Zeitungsleser: Von unreflektiert kann nicht die Rede sein. Es oft offensichtlich, dass auch die Werbeeinnahmen diverser Blogger zurückgehen. Klar, dass man dann ein Grundeinkommen fordert.

    Leider sind die Menschen dafür nicht reif genug. Angesprochen wurde schon, dass unbeliebte Jobs nicht erledigt werden (z.B. Spargel stechen). Selbst wenn durch jede Arbeit das Grundeinkommen steigt, darf man nicht vergessen, dass Freizeit auch seinen Wert hat. Wenn ich also die Wahl habe, ein Buch zu lesen oder an den See zu fahren, statt bei 30 Grad auf dem Feld zu hocken oder 7 Tage die Woche von früh an die Kühe zu melken, dann ist die Entscheidung einfach.

    Und auch die Finanzierung ist mehr als fraglich. Wenn ich auch noch für faule Säcke zahlen muss, arbeite ich auch weniger oder wandere aus. Die Menschzeit hat sich in den letzten Jahrhunderten nur so schnell entwickelt, weil es Egoismus gab.

    Wenn irgendwann man so ein toller Replikator, wie in Star Trek erfunden wird, der zumindest die Ernährung sicherstellt, dann könnte das vielleicht klappen.

  44. Schön, dass dich das Volkswirtschaftliche nicht interessiert – aber das ist das wichtigste.

    Das von Götz Werner propagierte Modell zum Beispiel ist ein Traum für Millionäre – und ein Alptraum für Geringverdiener. Je länger man nachrechnet, um so geringer wird das Grundeinkommen. Und die desaströsen Effekte hingegen summieren sich.

    Was hat ein Student davon, wenn er 600 Euro bekommt, die Preise steigen aber um 60 Prozent? Nichts. Götz Werner hingegen kann sich darüber freuen, dass er quasi überhaupt keine Steuern zahlt – die Grenzen sind für Reiche so nah.

  45. Noch als Ergänzung:
    Vielleicht ist „der Mensch ist nicht reif genug“ auch völlig falsch. Vielleicht ist der Mensch auch überhaupt nicht dafür geeignet. Vielleicht benötigt er immer einen gewissen Antrieb. Es gibt sicherlich Ausnahmen, aber ob alle nur für die Selbstverwirklichung arbeiten könnten?

    Zum Geld: Geld wurde als Vereinfachung für den Tauschhandel eingeführt. Spricht, man hat Dinge untereinander getauscht, die einen gewissen Wert hatten. Was soll Geld dann noch für Wert haben, wenn es verschenkt wird? Ich weiß, ganz so einfach kann man es auch nicht sehen, da das Grundeinkommen ja von anderen erwirtschaftet wird, aber man sollte man drüber nachdenken.

    Zu den Berufen: Weil die Spargelstecher immer als Beispiel genannt werden. Es gibt natürlich noch viel mehr Berufsgruppen, die sicherlich nicht sonderlich viel Spaß an ihrer Arbeit haben. Beispiele: Wer arbeitet schon gerne auf dem Bau bei schlechtem Wetter?

  46. Ich symphatisiere mit der Idee des bedingungslosen Grndeinkommens.

    Die Bauarbeiter leisten den groessten Beitrag zur Gesellschaft, weil sie die gesamte Infrastruktur errichten, auf die alles andere aufbaut. Das bedeutet, dass der Lebensstandard durch das Grundeinkommen unter dem Niveau der Bauarbeiter bleiben sollte. Jedenfalls koennen die Bauarbeiter nur gewinnen, wenn andere verlieren. Aber diese anderen sind gut ausgebildet und wissen ihre Interessen zu verteidigen. Zu einer Revolution wird es in hochtechnisierten Gesellschaften nicht kommen, weil die Menschen heutzutage durch den homogenisierten Medienkonsum und die Technokratie nur eingeschraenkt beziehungsfaehig sind.

  47. Pingback: ... ach, nichts.

  48. Ein paar Stichworte bei denen ich noch keine Antwort gefunden habe:

    – Datenschutz, der Staat braucht Kontoinformationen jedes Bürgers

    – Der Amtsaufwand diese Daten zu sammeln.

  49. Es wird nix passieren. Die Petition wird in den Gestaden des Parlamentarismus stranden. Na und? Viel wichtiger ist, welch ein breites gesellschaftliches Gespräch dadurch angeregt wurde. Also weiter darüber sprechen.
    Und so einen hochklassigen Blogg zur der Idee wie diesen habe ich selten gesehen. Angefangen vom hervorragenden Artikel bis hin zu den Kommentaren, aus denen ein echtes Ringen mit der Idee spricht!

    Nebenbei: Der Frage, „Wer macht denn dann die unbeliebten Arbeiten?“ liegt eigentlich die Frage zugrunde „Wie kann ich jemanden zu den Arbeiten zwingen, die ich nicht machen will?“.
    Neben höheren Gehältern oder Automatisierung gibt es eben auch die dritte Alternative: selber machen.

    Carl Jaegert – kunstuni.de

  50. Pingback: amazeman’s journal » Blog Archive » Don Alphonsos blöde Tim Pritlove Beschimpfung

  51. Warum lese ich eigentlich so oft von „faulen Säcken“ oder ähnlichem, wenn in Wirklichkeit von (freiwillig, aber meist eher unfreiwillig) „nicht Erwerbstätigen“ die Rede ist. Hallo!? Das sind unsere Mitmenschen!
    Und nicht jeder hat Lust sein Leben primär im Dienste von „Kinder Prüfen Mein Geschäft“oder ähnlichen Weltverbesserern zu verbringen.

    Und: Die heilige Kuh „Arbeitsplatz“ (oder auch Vollbeschäftigung) muß endlich geschlachtet werden. Weil, man müsste sinnlose Arbeit erfinden, damit’s so weitergeht wie bisher. Wie doof ist DAS denn?

    Naja, gut dass diese Diskussion nun offenbar immerhin weitere Kreise zieht als noch vor 2 Jahren.

  52. Pingback: Dentaku » Das bedingungslose Grundeinkommen

  53. Von mir ebenfalls ein klares NEIN.

    1. Wie Andreas schon richtig anmerkte „Wie das im einzelnen volkswirtschaftlich hinhaut oder nicht interessiert mich hier aber zunächst nicht“
    Sollte es aber durchaus, denn irgendwoher muss ja das Geld kommen. Auch jenes, mit welchem wir gerade die Krise überbrücken.

    2. Warum jedem zahlen? Reicht es nicht soziale Programme weiter auszubauen und zu finanzieren?
    Oder mehr Geld in die Bildung zu stecken?
    Gerade als Berliner müsstest du die Brennpunkte kennen.
    Da wirkt für mich „Kohle ohne was dafür zu tun“ wie Öl ins Feuer.
    Wer viel hat braucht nicht nich mehr.

    3. Arbeit, schweres Thema… auch hier kann ich deine Ansichten nicht teilen.
    Wenn ich ein, ich nenne es mal Hobby, denn das ist alles für mich, was ich in meiner Freizeit mache ohne dafür eine entsprechende Entlohnung zu erhalten, habe, dann gibt es vielleicht auch die Möglichkeit mich damit Selbstständig zu machen. Nicht immer, aber die Möglichkeit besteht.
    Dafür bist du ja glücklicherweise ein gutes Beispiel (egal über was du schreibst oder sprichst, ich hörs mir an. Macht irgendwie süchtig :) )!

    4. Steuererleichterungen, wenn wir nur alle etwas mehr von dem was wir verdienen in der Tasche hätten, würde das sicher auch einige positive Aspekte mit sich bringen.

    5. Wer hier kann sagen, das er alles selbst in seinem Leben finanziert/erreicht hat? Ohne ein bisschen was von den Eltern oder der Oma zugesteckt zu bekommen?
    Ist es nicht ein gutes Gefühl wenn man mit dem Geld, was man selbst verdient hat, sich einen Wunsch erfüllt?
    Darauf wollte ich nicht verzichten!

    Abschließend kann jetzt jeder sagen „schöner Kommentar aber leider das Ziel verfehlt, denn wo bleibt der soziale Aspekt? Unwürdige Arbeit/Bezahlung…“
    Nun völlige Zustimmung von mir in diesem Punkt.
    Hier muss sich was ändern! Die Entlohnung muss gerechter verteilt werden.
    Aber was hat ein bedingungsloses Grundeinkommen damit zu tun?

  54. Ein weiterer positiver Aspekt des Grundeinkommens wäre, daß Automatisierung nichts schlechtes (weil Arbeitsplatz gefährdendes) mehr wäre.
    Ich fand es schon immer paradox, daß eine Technik die Menschen von schwerer Arbeits entlastet, gleichzeit etwas schlechtes sein muß.

    Wäre das Thema Grundeinkommen nicht auch gut für einen DG-Podcast geeignet? Ich würde gerne mehr darüber erfahren.

  55. 50000 ist ne nette Zahl, aber wer hat denn die Mär ins Land getragen, dass diese Zahlt notwendig sei.
    BTW: der Server ist wohl nun wieder völlig zusammengebrochen. Ich sehe in der Tat ein Problem darin, dass mögliche Nicht-Empfänger des BGE mit Lebensmittelpunkt in Deutschland, sehr leicht ausbeutbar wären. Eben weil der Lohn auf ein Niveau gedrückt wird, dass für einen Nicht-Empfänger nicht ausreichend wäre zum leben. Es gibt viel Gesprächsbedarf. Es wird zeit, dass dieses Thema im Mainstream ankommt.

  56. Hi, Tim!
    Ich habe auch bereits über die Idee eines Grundeinkommens nachgedacht. Ich finde, es sollte garantiert werden, dass jeder Bürger in unserem Staat ein Leben führen kann, das nicht dem finanziellen ÜBERleben unterworfen ist. Schließlich haben wir alle nur ein Leben, das wir im Moment aber größtenteils zu diesem Zweck verschwenden, was sehr schade ist.
    Eine Umsetzung, so wie du sie hier darstellst, die kreative Produktivität/künstlerische Selbstverwirklichung fördert, wird wohl eher nicht realisierbar sein, aber das wurde hier in den Kommentaren ja bereits ausgiebig besprochen („Was für ein Schwachsinn. […]“ ~Petra).
    Aber ich finde obendrein, dass die Sicherung eines „Basis-Lebens“ auch über andere Wege als nur reines „Geld-Schenken“ (mal provokativ ausgedrückt) umsetzbar ist. Im Moment wird bspw. durch gesetzliche Krankenkassen versucht, die Gesundheit der Menschen vom Einkommen unabhängig zu machen (ansonsten könnten sich schließlich nur Reiche „gesund kaufen“ – eine schreckliche Vorstellung, auch wenn die Realität nicht das ganze Gegenteil ist). Aber um ein Leben in dieser Gesellschaft führen zu können, braucht es mehr als nur Gesundheit: Mobilität bspw. ist wichtig. Wer sich kein Auto oder ein Zugticket leisten kann, dessen Bewegungsfreiheit ist stark eingeschränkt, was in der heutigen Zeit sehr problematisch sein kann. Kommunikationstechnologien wie Telefon oder Internet sind inzwischen auch unverzichtbar, doch auch sie sind vom Einkommen abhängig. Ein Dach über’m Kopf ist wohl das mindeste, das ein Mensch beanspruchen kann.
    Würden solche und andere Dinge als Lebensstandard jedem Bürger garantiert werden, könnten einige Beträge aus dem Grundeinkommen gestrichen werden, sodass die 1500€ (die wirklich ziemlich viel sind) auf eine Mindestsumme reduziert werden, die jedem ein würdevolles Leben zusichern, aber kein „Sich-darauf-ausruhen“ fördern. Wer von A nach B kommen will, sollte sich das nicht überlegen müssen und den Penny in der Hand umdrehen, sondern die Möglichkeit haben, öffentliche Verkehrsmittel kostenlos zu nutzen. Jeder sollte die Möglichkeit haben, erreichbar zu sein, und niemand sollte gezwungen sein, unter der Brücke schlafen zu müssen, – usw. usf. … Nur diejenigen, die das iPhone haben wollen, den neuen Mercedes, ne Villa mit Meerblick oder halt einfach mehr will, als nur das Grundsätzliche, die sollten selbstverständlich sich selbst darum kümmern. ;)

  57. Pingback: rotown.de :: news » E-Petition für das bedingungslose Grundeinkommen

  58. Ja, ist echt scheisse, dass ich arbeite mich prostituieren muss, um damit Deinen Spendenaufrufen nachzukommen. Und vielen Dank auch für den Arschtritt. Ich muss echt blöd sein.

  59. Pingback: Petition zum Grundeinkommen erfolgreich | Piratenpartei Brandenburg

  60. @Tom: Im Text ist kein Arschtritt verborgen. Was ich zum Ausdruck bringen wollte ist: niemand sollte existentiell zu *irgendeiner* Arbeit gezwungen sein und damit erpressbar. Wenn Leute die Möglichkeit haben, sich einer Tätigkeit zuzuwenden, die sie wirklich gerne tun und dafür auf einen Teil eines möglichen Einkommens verzichten können, wenn sie denn wollen. Ich habe selbst verzichtet, allerdings ohne eine automatischen Ausgleich zu erhalten. Dies funktioniert bei mir teilweise durch Spenden. Das funktioniert natürlich nicht für jeden. Wenn Du meinst, falsch investiert zu haben kannst Du aber Deine Spende gerne zurückerhalten.

  61. Tim, so funktioniert das nicht. Natürlich sind wir als Menschen existenziell dazu gezwungen, zu arbeiten. Es geht schon damit los, dass wir uns um Nahrung kümmern müssen, da wir sonst verhungern. Wenn du es nicht selbst machen willst, z.B. weil du bloggen und podcasten willst, dann muss es jemand anderes für dich machen (Arbeitsteilung). Dieser andere möchte aber dafür entlohnt werden, da er anstelle deiner auf Freizeit verzichtet. Es gibt einfach Jobs, die nicht unbedingt Spaß machen, aber trotzdem gemacht werden müssen. Wenn er nun aber keine Podcasts hören oder Blogs lesen will, musst du ihm was anderes bieten. Alles klar?

  62. Hi Tim…

    Die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens ist eine interessante Alternative zu den bestehenden verhältnissen. Nur frage ich mich ob es nicht einen zu systematischen Fehler in der kapitalistischen Marktwirtschaft gibt, an der die Idee scheitert. Nehmen wir mal an jede Person würde diesen Betrag (~600-900€) bekommen.

    Einem gewissen Prozentsatz an Leuten X, würde dass volkommen reichen. xn Menschen davon würden dann nichts tun, weil sie immernoch keine Perspektive haben, krank, pflegebedüftig, kinder sind etc. . Alle anderen Y=X-xn würden dann Gemeinnützige Arbeit verrichten, weil es ihnen spass macht und/oder sie Visionen haben die Welt zu verändern. Sowei so gut…

    Der dem Gegenüber stehende Prozensatz an Menschen denen das Grundeinkommen nicht ausreicht (Z), würde weiterhin versuchen Arbei zu verrichten die notwendig/ausreichend ist um ihren Lebensstandard zu halten. Dieser Prozensatz Z wird höchtwahrscheinlich signifikant höher sein als (X).

    –> Z >> X; Z >> Y

    Da ich von der Intoleranz und Inkompetenz der allermeisten Menschen überzeugt bin, nehme ich an dass die Protagonisten von [Z] neidisch auf die Protagonisten von [X] sind, da die gruppe [Z] aus der sicht der gruppe [Z] wertvollere Arbeit verrichtet. Also wird sich im System ein demokratischer konsens bilden, so dass die mehrheit der Individuen von [Z], die Leistungen der Gruppe [X] niedriger einschätzt und somit das Grundeinkommen kürzen wird um weniger Steuern zu zahlen. Dass ganze kann dann noch mit den Individuen der Gruppe xn elem. X gerechtfertigt werden, die ja ohnehin nichts für die Gesellschaft machen (können!). Die Leistungen der Gruppe [Y] wird wohl allgemein als zu niedrig eingeschätzt werden (Dunning-Kruger-Effekt).

    Fazit: Ich denke dass sich (X,Y) nicht über Z behaupten kann…leider.

    P.S.: Man könnte dass ja mal als Spieltheoretisches Modell Simulieren (an alle Mathematiker ;-) )

    P.P.S.: Dass heisst nicht dass ich zynisch auf die Welt blicke und denke: „es kann sich sowieso nichts ändern“, aber ich denke nicht dass es inerhalb dieses Systems möglich ist!

    CYA: ::MTZ::

  63. 1500 klingen toll. Das stimmt. Ich bin von Geburt an behindert „Asperger Autismus“ und arbeite momentan in Beschützer Arbeitsumgebung. Ich bekomme rund 700 Euro im Monat. Nun frage ich mich trotzem ob es nicht besser wäre die Lebenshaltungskosten zu senken anstatt mehr Geld zu bekommen. Ist Geld alles? Kann man überhaupt die schwächsten der Gesellschaft nur durch Geld besser stellen und zu einem besseren Leben verhelfen? Und macht Geld glücklicher?

    Ich weiß nicht ob ich mich mit mehr Geld glücklicher fühlen würde besonders wenn es nicht selbst erarbeitet sein würde.

    Das wären so meine Gedanken im Moment.

  64. Dass wir heute in so großem Wohlstand leben, verdanken wir der im Vergleich zu früheren Zeiten so unglaublich gestiegenen Produktivität der einzelnen Arbeitskraft. Landwirtschaft als Quelle unserer Nahrung macht doch in Industrienationen vielleicht gerade noch drei Prozent dessen aus, was jährlich erwirtschaftet wird, blicken wir in Entwicklungsländer, sehen wir Zahlen, die wir früher auch mal hatten. Eine existentielle Notwendigkeit, zu arbeiten, bestünde bei einer entsprechenden Organisation der Aufgabenerledigung gewiss nicht. Wären alle Leute damit zufrieden, von einigen wenigen Großbauern Nahrung zu beziehen, so könnten diese Leute mit Sicherheit genügend Dienstleistungen anbieten, um diese Bauern für ihre Arbeit zu entlohnen. Dass die Herstellung von Häusern noch nicht zur einer Trivialität geworden ist, sondern auch heute noch aufwendige Einzelfallkonstruktionen erfordert, ist automatisierungstechnisch geradezu ein Unding. Würden Ressourcen mal eine zeitlang dazu eingesetzt, das Problem der automatischen Konstruktion eines simplem Hauses zu lösen, so würde es auch kein grundsätliches Problem darstellen, die Bereitstellung von Wohnraum zuzusichern. Ließe sich nun noch der Infrastrukturerhalt automatisieren, so wären wirklich existentielle Probleme faktisch gelöst, und jeder wäre frei, an der Verbesserung von Prozessen mitzuwirken. Eine hochtechnisierten Gesellschaft sollte es grundsätzlich ermöglichen, ALLE ihre Bürger mit allem Nötigen zu versorgen in einer Weise, in der die zur Sicherstellung der Versorgung Befähigten den Aufwand dazu von sich aus auf sich nehmen, weil sie ohnehin nichts Besseres zu tun haben und sich mit der Verbesserung von Produktionsprozessen selbst einen Gefallen tun. Es ist erstaunlich, dass die reichsten Menschen der Welt ihr Geld zur dürftigen Versorgung Hungerleidender in Entwicklungsländern einsetzen, statt die Produktion von Lösungen zu finanzieren. Hier herrscht Investitionsmangel. Einige Kommentierende hier verweisen auf die Funktionsweise von Marktmechanismen, um die Notwendigkeit von Arbeit erklären zu wollen. Wichtiger wäre, dass eine Gesellschaft sich Gedanken macht, ob es nicht auch sozial rentabel sein könnte, potentiell Freiräume zu schaffen, Leuten die Möglichkeit zu geben, auf andere Weise tätig zu sein als arbeitend. Einige Leute könnten diese Freiräume nutzen, sich der Realisierung innovativer Ideen zu widmen, ohne ein existentiell bedrohliches finanzielles Risiko eingehen zu müssen. Denn Erfindungen sind teuer zu produzieren, aber billig zu reproduzieren, Nichtinternalisierbarkeit brauchbarer Erfindungen dürfte häufig dazu führen, dass Produkte von hohem Nutzen nichteinmal entworfen werden. Die Entscheidungen, was in einer Marktwirtschaft produziert wird, orientiert sich vorwiegend an der Vergangenheit, Innovation ist stets ein Risiko. Es ist auch nicht einleuchtend, dass Konsumenten wissen, was sie wollen, grundsätzlich konsumieren sie, was ihnen angeboten wird, ob es ihnen gefällt oder nicht, sie haben gar keine andere Wahl. Wie soll man jemandem etwas anbieten, wenn die Bedürfnisse unklar sind? Die Wirtschaftswissenschaften, die von Angebot und Nachfrage sprechen machen keinen Unterschied zwischen sinnvollen und weniger sinnvollen Produkten. Wenn gesetzlich entschieden wird, welche Drogen legal (wie z.B. Alkohol) und welche nicht legal sein sollen, so ist es auch lediglich eine gesetzliche Entscheidung, ob und wie Geld in einer Gesellschaft umverteilt wird. In beiden Fällen sind grundsätzlich beliebige Entscheidungen denkbar. Dass einige Leute, die irgendeiner Arbeit nachgehen, sich darüber empören, dass hier Arbeit als etwas beschrieben wird, das man nicht gerne macht, und hier ein Grundeinkommen vorgeschlagen wird auch ohne damit einen Zwang zur Annahme irgendeiner womöglich ziemlich überflüssigen Arbeit zu verbinden, zeigt doch, dass diese sich Empörenden ihre Arbeit ebenfalls lieber automatisiert wüssten. Umso verwunderlicher scheint es, dass sie Faulheit verurteilen. Da so viele billige Arbeitskräfte verfügbar sind, herrscht Innovationsmangel in der Automatisierung bestimmter Tätigkeiten, da die Automatisierung nicht rentabel wäre. Hier sollte man ansetzen, um das grundsätzliche Problem der Nichtautomatisiertheit vieler Prozesse anzugehen. Der Mensch könnte Besseres tun als arbeiten.

  65. Ist mir schon klar, warum Leute Deines Schlages sich für ein „bedingungsloses Einkommen“ einsetzen. Wenn ich solche Sachen lese wie „Arbeit liegt mir nicht“ etc ist doch praktisch alles gesagt.

    Komischerweise stossen sich solche Spezialagenten immer an der Armut der anderen und haben super Ideen, wie man Geld gerechter verteilen könnte. Dass Sie selbst praktisch keines erwirtschaftet haben, somit die tollen Ideen dazu dienen, dass anders zu verteilen, was andere hart erarbeitet haben sollte man am Rande auch mal erwähnen.

    Der dm-Chef hat hingegen völlig andere Motive ein solches Model vorzuschlagen und mit Gutmenschentum und Gerechtigkeit hat das nur auf den ersten Blick zu tun.

    Weiterhin viel Spass beim träumen

  66. @ioewh: Die Geschichte hat gezeigt, dass zu hohe und nach dem Gießkannenprinzip verteilte finanzielle Hilfen in Entwicklungsländern zu Korruption führt. Außerdem werden sich entwickelnde Strukturen zerstört. Wieder ein Beispiel dafür, dass wir für so ein System nicht geeignet sind. WÄren die politischen Strukturen stabiler, wären höhere Investitionen auch kein Problem.

  67. Da kann ich nur drüber lachen. Ich bin für alles offen, aber jedem Geld fürs Nichtstun bezahlen ist lächerlich.

    Jede Firma weiss dann, dass ein Einkommen von XY Euro zur Verfügung steht und dann werden mal flux die Preise hochgesetzt.

    Pro Kopf müsste fairerweise heissen, das sowohl bildungsnahe, als auch bildungsferne Kreise mit 8 Kindern plötzlich – vorausgesetzt es seien 1500 Euro – plötzlich über ein Jahresnettoeinkommen von 180.000 Euro ohne Arbeit verfügen könnten. Lächerlich.

    Hauptsache, diese Familien könnten dann im DM die tollen Produkte dort kaufen und für ein paar Euro zusätzlich dort schaffen, Rest zahlt Pappa Staat.
    Eine Utopie.

    Ich habe nix dagegen Leute durchzubringen, die aus irgendwelchen Gründen nicht Arbeiten KÖNNEN, aber Leute, die nich arbeiten WOLLEN, für die habe ich nichts übrig. Gar nichts.

    Leute, die Nachts in Bars Sourcecodes schreiben unterscheiden sich nur marginal von denen die da Nachts Bierdeckel bemalen, oder sich am Sack kratzen.

    Der Wert einer jeden Arbeit ist für mich gleich, aber wer aus welchen Gründen auch immer bei Hartz4 landet und nichts dagegen unternimmt, der soll dann auch mit den paar Groschen zufrieden sein und nicht noch nach „mehr“ schreien.

    Soll man lieber den Leuten, die arbeiten gehen im Niedriglohnsektor was dazugeben.

    Sorry, ist meine Meinung, weil ich habe für Versager absolut nichts übrig.

    Danke

  68. Pingback: links for 2009-02-18 | i heart digital life

  69. Tja eine Lektuere von Sloterdijks Zorn und Zeit lohnt sich im Hinblick auf die Einschaetzung der Umbruchsfaehigkeit unserer Gesellschaft.

    Abgesehen davon ist das zwar eine wunderbare Utopie, aber ich denke es gibt da doch erhebliche Volkswirtschaftliche Probleme und dann waere da noch die politische Unmoeglichkeit einer Durchsetzung. Wenn den Menschen in Deutschland schon die Arbeitslosigkeit einiger ihrer Mitmenschen so sehr aufstoesst, wie man das ja an der oeffentlichen Einschaetzung von Hartz 4 Empfaengern ermessen kann, dann wird diese „Befaehigung zum kreativ-produktiven Nichtstun“ ganz sicher keine Akzeptanz finden.

    Und ja, dann waere da auch noch das Problem, dass sich vielleicht niemand mehr bereit erklaeren wuerde, die unangenehmen Jobs zu machen, woraufhin diese viel hoeher bezahlt werden muessten, was wiederum zur starken Verteuerung der Gueter fuehren wuerde und das in der Folge zu stark sinkenden Exporten, von denen unsere Wirtschaft nunmal stark abhaengt. Sicherlich jedenfalls wuerde sich das bis zu einem bestimmten Grad im Preisniveau niederschlagen.

    Alles in allem wirklich ein schoener Gedanke aber wohl eher nicht realistisch umzusetzen ohne weiterreichende Kooperation in einer „neuen Internationalen“ :)

  70. @Petra:

    „Setzt euch einfach mal in eine Vorlesung Einführung in die BWL (1. Semester).“

    Das gebe ich doch gerne zurück. Ich habe sogar ein BWL-Studium abgeschlossen – und finde die Idee eines bedingungslosen (!) Grundeinkommens trotzdem gut.

    Es sei kurz skizziert, warum (für diejenigen wie Dich, die meinen, weil sie mal ein paar Bröckchen BWL aufgeschnappt haben, wüßten sie schon alles …):

    1) Der Bedarf nach Arbeitskraft nimmt ständig ab; Stichwort „Automatisierung“. Insbesondere der nach gering qualifzierter Arbeit.
    Die gering qualifizierten Arbeitskräfte entsprechend zu schulen, führt logischerweise dazu, daß sie den anderen, bereits qualifizierten Arbeitskräften Konkurrenz machen.
    2) Das aktuelle System (ALG II mit Verpflichtung, jeden Job anzunehmen) drückt auf die Löhne. Warum? Weil jemand, der ALG II bezieht, einen noch so schlecht bezahlten Job nicht verweigern DARF; damit ist dann aber ein Arbeitsplatz „vom Markt verschwunden“ – und wo ein Niedriglohnarbeitsplatz genügt, wird kein vernünftiger Arbeitgeber einen Hochlohn-Arbeitsplatz ausschreiben.
    Diesen Lohndruck bezeichnen Ökonomen wie Prof. (Un)Sinn als „markträumende Löhne“; sprich, sinken die Löhne nur tief genug, hat jeder Arbeit. Das Problem daran: man kann sich von diesen Löhnen nicht mehr ernähren, kleiden oder sonstige Grundbedürfnisse decken.

    Diesen Mißständen hülfe ein bedinungsloses Grundeinkommen nun ab; es dürfte allerdings nicht über Konsumsteuern finanziert werden.

    Warum? Weil Konsumsteuern die treffen, die wenig Geld haben. Denn die verkonsumieren den Großteil ihres Einkommens. Während die „Reichen“ (Leistungsträger …) weniger konsumieren (nach dem zehnten Porsche hört man eventuell doch auf, weitere Autos zu kaufen …).

    Ist denn überhaupt genügend Geld dafür da? Ich empfehle in diesem Zusammenhang die Werke von Egon W. Kreutzer. Geld ist lediglich eine Illusion, ein Schmiermittel. Die eigentliche Frage muß lauten: haben wir genügend Produktionsmittel, um alle Menschen zu kleiden, satt zu machen und ein Dach über dem Kopf für jeden sicherzustellen? Wenn ich mir die Situation in Deutschland so anschaue, kann ich das schlecht leugnen. Dann ist es lediglich eine Frage, wie das verteilt wird.

    Ende der Kurzvorlesung in VWL. ;-)

  71. Wieso? Sourcecodes kann man doch überall schreiben. Ist die Arbeit mehr wert wenn man sie in einer Firma tut und nicht dort wo Menschen hin ausgehen?

  72. Wo doch immer dieses Scheinargument angeführt wird, man könne die „Drecksarbeit“ nicht hoch bezahlen:
    – solange wir 3x die Woche von Menschen geernteten Spargel fressen wollen und nur ’ne Hand voll Euros dafür auszugeben bereit sind, ändert sich ohnehin nichts.

    Ich halte die Grundannahme generell für falsch, sich für den Lebensunterhalt zu Tode schuften zu müssen. Das entstammt „deutscher Tugend“ und wird oft von denen verkannt, die seit 20 Jahren oder mehr ihre 40-Stunden Woche leisten. Wäre ja ärgerlich sich selbst eingestehen zu müssen, dass wir es auch hätten einfacher haben können? Vielleicht nicht vor 20 Jahren, aber die technologische Vollautomatisierung die den Menschen doch HELFEN SOLL weniger zu arbeiten klingelt seit Stunden an der Tür und steht in der Kälte.

    Ich persönlich bin eher bereit den armen mit durchzuschleppen, als den Nichtsnutz der die Zinsen einheimst und auf meine Kosten lebt. Dem bezahle ich nämlich heute schon mehr (indirekt!) als dem „Faulen“.

    Vielleicht sollten wir auch weniger Müll machen, dann bräuchten wir den Müllmänner auch nicht so viel zu zahlen?

  73. @Petra: Finanzielle Hilfen sind für Entwicklungsländer auch nicht geeignet. Vielmehr sollten Technologien entwickelt werden, um eine Infrastuktur zu erzeugen. Es kann doch nicht so schwer sein, ein paar Menschen zu ernähren, damit sie ihre Arbeitskraft nicht auf irgendwelchen Feldern mit ineffizientem Nahrungsanbau binden müssen. Sie könnten viel produktiver sein, wenn sie sich nicht um solche Details zu kümmern hätten. Man vergleiche es mit einem Programmierer, der in einer Assemblersprache entwickelt, und einem, der in einer Hochsprache entwickelt: Beide dürften durchschnittlich ähnliche Anzahlen Codezeilen zustandebringen, bloß dass die Entwicklung in Assembler einfach nicht skaliert. Entwicklungsländer sind deshalb so unproduktiv, weil dort noch keine Infrastruktur „gebootstrapt“ wurde. In einem hochentwickelten Land sollten Menschen nicht dazu eingesetzt werden, mit Assemblern zu arbeiten, sondern man sollte sicherstellen, dass sie mit Hochsprachen arbeiten können. Dies ist als Metapher zu verstehen. Es kann nicht sinnvoll sein, die Leistung der Versorgung von Leuten an die Pflicht zur Erfüllung von Aufgaben zu knüpfen, die langfristig überflüssig sein sollten, ohne das baldige Überflüssigwerden dieser Art von Tätigkeiten zu fördern. Ein bedingungsloses Grundeinkommen ist derzeit zu hochgegriffen, dafür steht noch nicht genügend Technologie zur Verfügung, dennoch glaube ich, dass die derzeit stattfindende Umverteilung zu nicht sinnvollen Bedingungen erfolgt und teilweise wesentlich zu Tradierung und Fortbestehen technisch veralteter Strukturen beiträgt. Daher sollte überlegt werden, wie sich schnellstmöglich ein Stand der Technik erreichen lässt, der eine solche Vision in greifbare Nähe rücken ließe. In einer Wirtschaft werden Güter produziert, die einen Grenznutzen haben. In der Vergangenheit und (heute in Entwicklungsländern) war der aus Arbeit resultierende Nutzen so gering, dass viel Lebenszeit mit Arbeit verbracht wurde. Warum halten wir heute weniger Arbeitszeit für akzeptabel? Auch heute noch wäre es wohl kein Problem, jemanden auf’s Feld zu schicken zum Arbeiten, um sich zu ernähren. Die Frage ist, ob wir das für immer so wollen, wenn es doch faktisch völlig unproduktiv ist, zur Feldarbeit menschliche Arbeitskraft einzusetzen, bloß damit ein Leistungsempfänger auch ein „Leistung“ erbracht hat, auch wenn es für die Innovation schädlich ist, Menschen mit manuellen Tätigkeiten zu beschäftigen. Manche Techniken sollten irgendwann für veraltet und menschlicher Arbeit nicht mehr für würdig empfunden und erklärt werden und ihre Verrichtung durch einen Menschen nicht mehr als Beitrag dieses Menschen zum Allgemeinwohl anzusehen sein, zu der ihn zu verpflichten ihm zumutbar wäre. Sollte zur Verrichtung dieser Arbeit tatsächlich ein Bedarf bestehen, so würde dies dazu führen, dass angemessene Löhne für die Verrichtung gezahlt werden müssten, um Leute dazu zu bewegen. In einer hochentwickelten Gesellschaft sollten die Ansprüche an eine zumutbare Arbeit höher sein. Überspitzt: Prostitution ist auch eine Arbeit, die verrichtet wird, wird jedoch im Allgemeinen als nicht zumutbar angesehen, um dazu verpflichtet werden zu können, um einen Anspruch zum Erhalt von Leistungen zum Lebensunterhalt aufrecht zu erhalten. Eine Gesellschaft, die ihre technologischen Möglichkeiten zur Produktion luxuriösen Überflusses einsetzen möchte, sollte zunächst dazu verpflichtet sein, elementarere Probleme technisch zu lösen, wozu natürlich Anreize entstünden, wenn für leicht automatisierbare Tätigkeiten hohe Löhne an Verrichtende gezahlt werden müssten, weil niemand sich bereit fände, sie zur vielleicht gewünschten Niedrigentlohnung auszuführen. Einige Technologien, die entwickelt gehören, werden vom Marktmechanismus nicht produziert, weil stattdessen auch billige Arbeitskräfte zur Verfügung stehen. Umverteilung, wie sie heute stattfindet, dient dazu, die unerwünschten sozialen Konsequenzen einer ungezügelten Marktwirtschaft abzumildern. Natürlich löst der Markt die Verteilungsfrage, aber wie das Ergebnis ausfallen wird, kann politisch/ legislativ gesteuert werden. Es ist verwunderlich, dass man sich in vermeintlich hochentwickelten Gesellschaften vielfach damit zufriedengibt, was bereits erreicht wurde in Bezug auf die Bedingungen, zu denen gearbeitet werden muss. Dass wir keine ungezügelte Marktwirtschaft wollen, dürfte jeder akzeptieren, denn falls nicht, so würde er z.B. auch akzeptieren, dass selbstverständlich auch Kinder arbeiten müssten, neben den weiteren sozialen Unzulänglichkeiten, die ein gut funktionierender Markt impliziert. Was wir für sozial unzulänglich befinden, sollte sich auch an der sichtbaren Technologie orientieren, und Computer und Roboter haben die Arbeitswelt bereits im letzten Jahrhundert in einer Weise verändert, die uns anregen sollte, über unsere Einstellungen zur Arbeit in gleichem Maße nachzudenken. Wollen wir uns leisten, Mitglieder unserer Gesellschaft für primitive Arbeiten einzusetzen und so die Anreize zur Implementierung von Automatisierungstechnologien für diese Arbeiten minimal belassen? In einem Post weiter oben wurde eingewendet, dass, wenn sich das vorgeschlagene Grundeinkommen nur auf Deutsche bezöge, eben Nichtdeutsche die Arbeit verrichten würden zu Geringstlohn. Welche Implikationen haben solche Überlegungen? Derzeit verhungern Leute in Entwicklungsländern. Wäre es nicht eine gute Idee, sie hier als Quasi-Sklaven zu beschäftigen und sie für Wasser und Brot ungeliebte Arbeiten verrichten zu lassen? Ihr Leben würde erhalten, aber unter solchen Bedingungen könnten sie genausogut auch sterben und wären vielleicht nicht unglücklicher dabei. Welche Bedingungen lebenswert erscheinen, ist offenbar vom Kontext abhängig, indem man sich befindet. Die moralischen Vorstellungen darüber, wie bequem Menschen leben sollten, die nicht sinnvoll eingesetzt werden, kann sich jeder beliebig bilden. Wie schlecht wollen wir, dass es unseren Mitmenschen gehen darf? Wozu sollen sie sich bequemen müssen? Sollen sie niedere Arbeit machen müssen, sollen sie studieren müssen, um dadurch in der Forschung helfen zu können, oder sollten wir Leuten, die heute in Entwicklungsländern verhungern, anbieten, durch Arbeit ihr Leben zu kaufen? Da wir unsere moralischen Vorstellungen ziemlich beliebig wählen können, sollten wir zu jeder Zeit überlegen, welche Verhältnisse wir zu einer Zeit für erträglich, vor allem aber, welche wir für erhaltens- oder stattdessen erstrebenswert halten, denn wie sich unser Fortschritt entwickelt hängt nicht zuletzt davon ab, welche Ansprüche wir an die Zukunft haben. Über die Zukunft entscheiden wir mit der Gestaltung der Gegenwart.

    Das hier vorgeschlagene Grundeinkommen ist momentan eher keine Option. Wir sollten uns aber überlegen, wie sich Optionen vorbereiten lassen, und mit unserem gegenwärtigen System tun wir uns keinen Gefallen. Und ob später überhaupt noch so etwas wie Geld zum Leben nötig sein soll, ist noch eine andere Frage…

  74. @Soeren:
    >> „Und ja, dann waere da auch noch das Problem, dass sich vielleicht niemand mehr bereit erklaeren wuerde, die unangenehmen Jobs zu machen“

    Also brauchen wir Leute die nichts/wenig haben damit die Jobs machen die niemand anders machen will?

    Ausserdem würde es nach dem Model von Werner keine anderen Steuern als der Konsumsteuer geben somit werden die Produkte erstmal alle billiger weil wir ja jetzt schon abgesehen von der MwSt die Steuern für die Unternehmen im Produktpreis mit bezahlen. Von dem billigern Preis würde dann z.B. 50% Steuern drauf geschlagen für die Menschen hier.
    1. Würde es nicht so viel Teurer für die Menschen hier.
    2. würden die Produkte im Export billiger wodurch wir noch mehr verkaufen könnten und die Wirtschaft ja auch dadurch ankurbeln.

    Die Große Frage die sich allerdings mir stellt ist: Wieso ist jeder der Meinung Geld für nichtstun sei so falsch? 1. Tun die Leute die das Geld kriegen (alle) auch ohne Arbeit ja was für den Staat (also uns) indem sie Konsumieren. 2. Wenn wir, natürlich unrealistisch, alles Automatisieren würden müsste niemand mehr arbeiten. Und das ist doch unser aller Ziel oder nicht? Nicht mehr zu arbeiten, oder wieso arbeitest du?

  75. Noch etwas zur Art der Pedition. Ist das echte Demokratie wenn man Entscheidungsprozesse nur online abhält? Nicht jeder hier in Deutschland hat einen Internetzugang.

  76. Pingback: Durch Kunst und nur durch Kunst erreichen wir Vollkommenheit; Durch Kunst und nur durch Kunst entgehen wir den grauenhaften Gefahren des Alltags. » F!XMBR

  77. Bedingungsloses Grundeinkommen? Die Wirtschaft wird die Preise dem billigen Geld anpassen, dass dann im Umlauf ist. Und spätestens nach einem Jahr schreien die Träumer dann nach der Bedingungslosen Million?

    Diese Schnappsidee hat Utopie zu bleiben. Achja und die Petition zeigt, dass direkte Demokratie auch nicht das Allheilmittel ist. Zumindest sollten die Petenten nicht mit dem Bauch, sondern mit dem Kopf denken und die Ideen auch zuende denken.

    Leute! Get real!

  78. Lieber bfoo
    Du siehst also direkte Demokratie nur dann als sinnvoll an, wenn in deinem Sinne verabschiedet wird? Mit verlaub, sehr überhebliche Einstellung, genau wie deine stellenweise Wortwahl. Okay, also versuch es noch einmal deine Position darzulegen, aber dieses mal bitte mit Argumenten, welche man bewerten kann.

    Danke ZEITungsleser

  79. Auch wenn es (noch) eine Utopie ist und wir uns daran erinnern müssen, daß die Gestaltung unseres Lebens in all seinen Facetten uns selbst und unserer Tatkräftigkeit obliegt…

    Seien wir realistisch und fordern das Unmögliche..
    [frei nach SC. Marcos]

    ..wie hieß es doch gleich in einem Lied aus einem vergangenden Sommer… „müssen nur wollen..“

    ;)

  80. Hallo ZEITungsleser,

    die Direkte Demokratie macht Sinn. In Form der Petition macht sie jedoch nur Sinn, wenn der Volkswunsch ordentlich durchdacht und definiert wurde / werden darf. So wie die Petition zum Grundeinkommen ausgearbeitet ist und zugelassen wurde, wirft sie ein schlechtes Licht auf den Petitionsprozess.

    Meine Position habe ich doch mit einem starken Argument belegt. Durch das Grundeinkommen wird eine Korrektur bei der Preisbildung stattfinden, was die Höhe des Einkommens marginalisiert. Die Modelle zum Grundeinkommen sind nichts weiter als theoretische Modelle – so wie die Formeln, mit denen Banken ihre Risikopapiere berechnet haben. Bei dem Modell wird einfach mal davon ausgegangen, dass sich die Wirtschaft sinnvoll im Sinne des Grundeinkommens verhält und dass die Preise nicht auf das billige Geld reagieren werden. Und das ist eindeutig Humbug!

    Wenn man sich überall durch die Kommentare der Verfechter des Grundeinkommens liest, wird die Wirtschaft entweder außen vor gelassen oder nicht von innen heraus betrachtet. Aber sie macht mindestens 50% der Modelle aus und ist extrem relevant für das Funktionieren eines solchen (utopischen!) Modells.

    Übrigens: Dass es mehr Steuergerechtigkeit geben muss, das ist vollkommen richtig. Aber da muss eine Petition, die ernst genommen werden will, die Latte deutlich höher legen, als im Fall des Grundeinkommens.

  81. @Flying Circus: Es wirft ein schlechtes Bild auf dein BWL-Diplom, wenn nicht mal die Grundlagen sitzen. Sorry, aber alle Leute, denen ich von dieser Schnapsidee hier erzählt habe, hatten dafür nur ein herzhaftes Lachen übrig. Diese Diskussion ist nicht einmal die Zeit wert, die man hier mit Kommentieren verbringt.

    Die Zahl der Unterzeichner zeigt wieder einmal, dass Blogger in ihrer eigenen Welt leben. Da ging das Thema mal durch Twitter – DER Kommunikationsform der Zukunft (Vorsicht, Ironie!!!) – und jeder Blogger meint, dass Thema sei in der Gesellschaft (mit gerade mal 50000 Unterschriften) angekommen. *seufz*

  82. Ach wie schön, dass wir uns alle so gut bashen können^^ :D

    Was ich noch anmerken wollte: Ich denke dass die Petition, trotz meiner eher skeptischen Einstellung zum Thema, Sinn macht. Einerseits sind die Diskussionen in der Blogosphäre, Twittosphäre, {XYZ}sphäre interessant und belebend. Andererseits könnten sich auch die Protagonisten der (Partei-)Politik eingehender mit dieser Thematik befassen, was nur positiv sein kann.

    @Petra: was hast du gegen Twitter? zu wenig follower? *scnr* Die Dynamik der Kommunikation über Twitter ist doch ziemlich atemberaubend. Ich habe selten Medien erlebt in denen sich Nachrichten schneller verbreitet haben.

    Hoch lebe die überexponentielle Komplexität :D

    Auf dänne: MTZ

  83. @MTZ: Welche Dynamik? Nur weil da mal irgendwer sein Foto-Handy zur richtigen Zeit am Start hatte? Wäre schon traurig, wenn die Tagesschau nur solche Nachrichten hätte. Die anderen News drehen sich doch hauptsächlich um Apple- und {XYZ}-sphären-News.

    Und sonst gibt es noch irgendwelche Wichtigtuer, die meinen, weil sie 1000 Follower haben, sie seien die neuen Dreh- und Angelpunkte der (neuen) Gesellschaft.

    Sorry, aber in meinem Bekanntenkreis haben bisher die wenigsten Leute überhaupt was von Twitter gehört. Sind meistens auch Leute, die nen vernünftigen Job haben und nicht auf ein „bedingungsloses Grundeinkommen“ angewiesen sind – womit sich wieder Kreis schließt. ;-)

  84. Pingback: Grundeinkommen für jeden « dijitalblog

  85. Ich möchte an dieser Stelle mal ein Lanze für Utopien brechen. Denn Natürlich ist es eine Utopie zu glauben das sich diese Vision von einer Welt ohne den Zwang zu Arbeiten und der wirklichen Freiheit in der Wahl seiner Tätigkeiten, überhaupt umsetzen Läst.
    Allerdings sind es genau solche Visionen,Utopien,Träume aus Denen ich persönlich und ich glaube auch viele andere die Energie ziehen überhaupt irgend etwas zumachen. Warum lerne ich in der Schule doch nur aus dem Grund weil ich eine Idee einen Traum von einen Leben habe den ich gerne umsetzen möchte. Warum sitze ich Nächte lang vor meinen Computer und schreibe Programme welche dann später nicht funktionieren und die ich dann wiederum vollständig neu schreiben muss,
    weil ich eine Vorstellung davon habe was der Computer jetzt bitte schön zutun hat, weil ich Neugierig bin wie etwas funktioniert usw.. Aber all das, die Neugier, der Wille etwas zumach und all die anderen Beweggründe für mein handel haben irren Ursprung in Träumen.
    Deswegen denke ich sollte eine Solche Utopien nicht einfach als unmöglich abtun. (ich weis das geht jetzt etwas am Topic vorbei aber ich hoffe diesen abschweifen ist gestattet).
    Zu Tim’s Artikel kann ich nur soviel sagen das dass was er sich da vorstellt in aller Konsequenz
    eine Gesellschaftliches Umdenken von unglaublichem Ausmass erfordert. Ich habe nicht die Hoffnung dass das gerade jetzt möglich ist. Dazu geht es uns noch viel zu gut. Und aus realistischer Sicht halt ich es für viel wahrscheinlicher das dieses Bewusstsein dafür erst kommt wenn es schon viel zuspät. Aber da ich Idealist glaube ich ja bekanntlich an Wunder.

    Realität ist einer Illusion unserer Träume.

    meamy

  86. Pingback: Links vom 14. bis 21. Januar 2009 | i heart digital life

  87. @Tim: mach doch mal nen CRE zu dem Thema, um das Thema und die fundamentalen Probleme bei der Umsetzung näher zu beleuchten und die allgemein vorhandenen Wissenslücken in diesem Bereich zu schließen.

  88. Ein bedingunsloses Grundeinkommen kann es nicht geben.

    Weil eine Bedingung nämlich ist, daß weiterhin genug Wohlstand vorhanden ist, der weiterhin von den Menschen, die jetzt arbeiten, durch Arbeit geschaffen wird.

    „Die Gesellschaft schafft sich Werte und Güter und damit einen Wohlstand.“
    Durch Arbeit. Umverteilung funkioniert nur solange der Wohlstand auch vorhanden, alos erarbeitet wird.

    Und wenn wirklich ein nennenswerter Teil der Menschen sich auf das BGE beschränken will, bricht das System zusammen, oder das Einkommen selbst ist so gering, daß es für die, die nicht arbeiten wollen, aber auch die, die nicht können, zuwenig ist.

    Und daher fürchte ich, daß es nicht ohne den Zwang geht oder das BGE nur zu einer ähnlichen Umverteilung führt, die wir jetzt schon haben.

  89. Interessant ist, dass laut diesem Filmessay auf die Frage, ob sie SELBST noch arbeiten gingen, wenn es ein Grundeinkommen gäbe, die Antworten wie folgt ausfallen:
    60% ja, unverändert
    30% ja, aber …
    10% nein

    Befragt, ob sie glauben, dass ANDERE dann wohl noch arbeiten gehen würden, antworten dagegen 80% mit nein.

    Ein Grundeinkommen unter sonst gleichbleibenden Bedingungen, etwa, das derzeitige Steuersystem betreffend, dürfte in der Tat nicht funktionieren. Würde tatsächlich nur eine sehr hohe Umsatzsteuer von vielleicht 100% erhoben (wobei also der Steueranteil jedes Produkts 50% ausmachen würde), und sonst keine Steuern, so hätte ein Grundeinkommen von 1000 EUR effektiv eine Höhe von 500 EUR, der Rest müsste ja wieder als Steuern ausgegeben werden. Der Steueranteil in Produktpreisen wäre transparenter, denn wenn Unternehmen heute die Umsatzsteuer auf den Herstellungspreis aufschlagen, so geschieht dies ja auf einen unter Zugrundelegung von Bruttolohnkosten, die für Arbeit zu bezahlen sind, gebildeten Preis. Ohne Einkommensteuer würden die Herstellungskosten für überwiegend von Arbeitnehmern hergestellte Produkte sinken.

    Um bei obigem Rechenbeispiel mit 100% USt und 1000 EUR GE zu bleiben, sei folgende Tabelle gegeben:

    Einkommen mgl-Konsumbetrag eff-Steuerzahlung
    0 1000 -500
    1000 2000 0
    2000 3000 500
    3000 4000 1000
    4000 5000 1500
    x x+1000 ((x+1000)*0.5)-1000

    Der effektiv gezahlte Steuersatz gemessen am möglichen Konsumbetrag geht also für (x gegen unendlich) gegen 50%, während er -50% betrüge, wenn nur das Grundeinkommen bezogen würde, welches alle erhielten. Es scheint nicht unbedingt unplausibel zu sein, dass das Grundeinkommen, wenn alle es erhielten, wie eine Art negative Steuer wirken könnte für Personen mit geringerem Einkommen, wenn eine hohe Umsatzsteuer die einzige Steuer wäre. In dem Beispiel wäre dann ein Einkommen von 1000 EUR gerade steuerfrei, da die für 2000 EUR konsumierten Produkte gerade 1000 EUR USt enthielten, die bereits als Grundeinkommen ausgeschüttet wurden.

    Viele Überlegungen zur Finanzierbarkeit eines Grundeinkommens und zu den möglichen Auswirkungen lassen sich kaum sicher anstellen, da die Ausgangssituation ein derart undurchsichtiges Steuersystem ist, dass derzeit durch dasselbe hervorgerufenen Effekte kaum ermittelt werden werden können. Jedes Unternehmen betreibt doch heutzutage buchhalterische Gewinnminimierung. Solche Intransparenzen sollte man als Gesetzgeber nicht fördern, doch statt eines Redesigns wird eine unzulängliche Architektur weitergepflegt, die längst unwartbar geworden ist.

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  93. Probleme die wir in Mitteleuropa haben:
    – Wir arbeiten zu viel
    – Viele haben keine Arbeit
    – Arbeit ist oft zu schlecht bezahlt
    – Die Leute sind wegen dieser Missstände unglücklich

  94. Pingback: Linksuppe

  95. Pingback: Angstfreiheit bei verkopft

  96. Hallo!
    Für meine Diplomarbeit benötige ich Teilnehmer für meine Umfrage zum Thema „Grundeinkommen“ Es wäre super, wenn möglichst viele von euch an dieser Umfrage teilnehmen können. Der Fragebogen dauert etwa 10 min. und ist bestimmt sehr interessant.

    Einfach auf folgenden Link klicken und los geht’s:
    Umfrage Grundeinkommen

    Vielen lieben Dank!

  97. Bin erst seit kurzem mit dem Thema Grundeinkommen vertraut,bin aber bedingungslos dafür. Und wenn ich tatsächlich irgendwelche faulen Säcke mit durchschleppe ist mir das ziemlich egal,ist sowieso nur belangloses Neidgeschwafel. Die Frage nach der Finanzierbarkeit sind nur Ausreden. Grundeinkommen jetzt.

  98. Auch, wenn der Eintrag schon älter ist…
    Wow. Du sprichst mir hier aus der Seele. Sehr gut. Endlich jemand, der das in Worte fasst, was ich seit Monaten versuche.

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